• Big Brother sei Dank: Mit dem Titelsong "Leb" schnellen die drei Berliner von Null auf Eins der deutschen Charts

Kultur : Big Brother sei Dank: Mit dem Titelsong "Leb" schnellen die drei Berliner von Null auf Eins der deutschen Charts

Annette Kögel

Die Neue? "Sabrina ist hammerhart." Wer muss als nächstes gehen? "Manu." Und welcher Bewohner bleibt bis zuletzt im Haus? "Jürgen." Da sind sich die Jungs von der Band "Die 3. Generation" einig - obwohl sie kaum mehr dazu kommen, die von Trash zum Kult avancierte RTL II-Serie "Big Brother" zu sehen. Das machen dafür jeden Abend Millionen andere Deutsche. Die drei Berliner Darko, Julian und Tolga singen den Titelsong zur Doku-Soap "Leb". Den Gutfühl-Ohrwurm hoben sich die Drei beim gestrigen Konzert im Columbia-Fritz für das letzte Drittel ihres Livekonzerts auf.

Die Halle am Columbiadamm - ausverkauft. Lieber erstmal kleinere Locations füllen, als sich in Riesenhallen verlieren, sagt Produzent Arne Beyer. Wie heißt es gleich in "Leb"? Das Wunder geschieht! Die Medienmaschinerie machte aus dem No-Name-Industriemechaniker Zlatko Trpkovski "Big, Big, Sladdi", um den sich Raab, Jauch und Schmidt reißen. Und die Jungs aus Wilmersdorf und Mitte - zuvor schon mit Echo, Goldenem Otto und als bester Hiphop-Act 1999 ausgezeichnet - schnellen nächsten Montag von Null auf Eins in die deutschen Verkaufscharts. So was kommt nicht gerade oft vor. Die Big-Brother-CD mit "Leb" und dem Lied der Bewohner ist seit 10. April auf dem Markt - nach zwei Tagen waren 250 000 Scheiben verkauft (Gold), inzwischen sind es knapp 500 000 (Platin).

Doch es gab ein Leben vor dem Big-Brother-Katalysator. Das geneigte junge Publikum kennt Tolga (21), Julian (19) und Darko (24) mit der aktuellen CD "Für morgen" aus Viva und MTV, etwa mit ihrem 1998er Titel "Vater, wo bist du?". Für den ohne Daddy aufgewachsenen Tolga damals ein Stück Lebensbewältigung. "Bei dem Lied läuft mir eine fette Gänsehaut über den Rücken. Es hilft einem, zu wissen, dass es andere Menschen so denken wie ich", sagt Anja, 14. Gerade noch war sie mit den Klassenkameraden aus ihrem Deutschkurs der Beucke-Realschule auf Tagesspiegel-Visite. Waaas? Ein Interview mit "Der 3. Generation"? Ooooh, krass! Dürfen wir da mit?

Ob sie ein Lied mit Sladdi aufnehmen würden, wollen Nisrin, Katharina und Anja wissen. "Eher nicht" antwortet Julian. Ob sie Freunde und Familie vermissen? "Es tut gut, zu wissen, dass sie für einen da sind", meint Darko und gießt höflich Getränke ein. Die drei Mädels waren vorher "voll aufgeregt". Die drei Jungs wiederum "ziemlich nervös" vor dem Konzert in Berlin, "weil da alle Freunde und Verwandte aus Berlin hingehen". Was machen sie eigentlich? Hiphop? Rap? RMB? "Wir wollen uns nicht festnageln lassen", sagt Tolga. Sie singen mal soulig, mal rappig, immer drastisch, aber politisch korrekt. Nichts da von der einschlägigen Hiphop-Anmache Band gegen Band. Tolga: "Jeder braucht seinen eigenen Style. Blümchen ist zwar nicht mein Ding, aber das würde ich nie so rauskehren."

Beim Konzert bekamen die Drei Boy-Brother Rückendeckung von den vier Bandmusikern Warner, Michael, Marcellos und Rob. Julian lernt Schlagzeug, Tolga Gitarre. Gesangsunterricht haben sie auch. Trotzdem muss Darko seine Stimme schonen, zu Anfang der Tour hat er sich die Bänder leicht entzündet.

Aber wenn der gelernte Maler und Lackierer was sagt, hat das Hand und Fuß. "Wir tragen eine Verantwortung als Vorbilder." Wie das sei, sich selbst im Fersehen zu erleben? Julian ist mit sich selbst "immer sehr kritisch". Das nächste Mal hat er Sonnabend dazu Gelegenheit, bei RTL-"Top of the Pops". Dann folgen Festivalauftritte in Luxemburg, Östereich, der Schweiz. Und natürlich der große Abschluss-Act, wenn der Letzte bei geht - aus die Maus im Big Brother-Haus.

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