Kultur : Bildende Künstler wollen künftig Ausstellungshonorare verlangen

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Soll ein Maler für eine Ausstellung seiner Werke bezahlt werden? Was die IG Medien seit Jahren fordert, wird aus ihrer Sicht nun auch juristisch untermauert. Bei einer gestrigen Pressekonferenz der Gewerkschaft und des Berufsverbands Bildender Künstler Berlins wurden die Vorschläge des Juristen Philipp Beyer vorgestellt, der das geltende Ausstellungsrecht für verfassungswidrig hält. Beyer fordert einen gesetzlichen Vergütungsanspruch für bildende Künstler, wenn sie ihre Arbeiten ausstellen. Der soll nicht nur, wie bisher, für unveröffentlichte Werke gelten, sondern auch für bereits veröffentlichte.

Die IG Medien hofft, mit Hilfe der SPD-Fraktion das Urheberrecht so zu ändern, dass Künstler bei jeder Ausstellung mitverdienen. Zu den Befürwortern einer Urheberrechts-Änderung gehörte lange Zeit auch Gerhard Schröder. Noch als Ministerpräsident von Niedersachsen hatte er verkündet: "Für mich ist die Einführung von Ausstellungsvergütungen für bildende Künstlerinnen und Künstler längst überfällig." Seit dem Regierungswechsel war es um das Thema aber ruhig geworden. Bleibt nur die Frage offen, ob durch einen gesetzlichen Vergütungsanspruch für die Künstler nicht zunehmend Präsentationsgelegenheiten verloren gehen, wenn sich Kuratoren ihre Teilnahme nicht mehr leisten können.

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