Kultur : BIOGRAFIE

Francis Bacon – Form und Exzess

Ronald Berg

Für die BBC-Doku des wohl bedeutendsten englischen Malers des 20. Jahrhunderts, Francis Bacon (1909-1992), hat Autor Adam Low jede Menge Interviews mit Freunden, Verwandten und Liebhabern geführt. Bacon machte aus seiner Homosexualität keinen Hehl. Tatsächlich war sie wohl mitentscheidend dafür, das der Sohn eines Offiziers und Pferdezüchters auf Abwege geriet, sich gar prostituierte. Low verzichtet auf die Interpretation von Bacons Gemälden und zeigt stattdessen die Stationen eines Lebenswegs. Vor allem die starke Präsenz von Bacon in Interviews, sein dramatischer, oft betrunkener Diskurs, seine zwischen gespielter Coolness und verletzlicher Animalität changierende Physiognomie lassen den Film zu einem Ereignis werden. Was Bacon zum Genie machte, kann auch Low nicht zeigen, aber wie er in der „Arena“ (Originaltitel) des Lebens bestand. Spannendes Porträt. Ronald Berg

„Francis Bacon – Form und Exzess“, GB 2005, 95 Min., R: Adam Low

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