Kultur : Biografisches Weihnachtsrätsel

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Diener und Herr zugleich – beides in einer Person kommt selten vor. Zumal dann, wenn es um die Flimmerkiste geht. Da macht man meistens das, was einem gesagt wird, als Schauspieler, als Sprecher, oder man diktiert als Macher selber, was läuft – und dem großen Publikum vielleicht auch gefällt. Auf so eine Sonderrolle deutete wenig hin, als der Sohn eines Architekten am Anfang des vergangenen Jahrhunderts in Görlitz geboren wurde. Nach einer kaufmännischen Lehre verschlug es ihn auf die Bretter, die die Welt bedeuten. Eine Vorstufe dessen, womit der kunst- und kabarettsinnige Schauspielschüler rund dreißig Jahre später an der Seite eines noch berühmteren, für seine Plauder- künste geachteten Medienstars berühmt werden sollte. Wie schon angedeutet, als Diener und Herr dieser Plaudertasche zugleich. Das war eine Legende der Fernsehunterhaltung, kulminierend in zehn Minuten: Immer wenn der Medienstar mit seiner Arbeit am Ende war, schlug die Stunde unseres Mannes, der stocksteif, aber mit ein paar Kleidungsstücken überm Arm und flotten Sprüchen für den Meister auf die Bühne kam, stets mit dem letzten Wort. Und was wenige wissen: Er hatte das Ganze von Anfang an im Griff… Später, in den letzten zehn Jahren seines Lebens, sollte von diesem Ruhm nicht mehr allzu viel übrig bleiben, außer ein paar zweit- bis drittklassigen Filmen sowie Schallplattenaufnahmen. Niemals wurde sich in Europa formvollendeter auf dem Bildschirm verabschiedet.

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