Kultur : Bis an die Grenzen

SONJA CONTZEN

"Tanz im August" feiert in diesem Jahr zehnjähriges Jubiäum.Deshalb steigt am 21.August auch eine Geburtstagsfeier im Podewil."Als wir 1989 anfingen, haben wir nicht damit gerechnet, je ein zehnjähriges Jubiläum feiern zu können", freute sich die künstlerische Leiterin des "Internationalen Tanzfest Berlin 1998", Nele Hertling, gestern im Hebbel-Theater.Vom 7.bis 30.8.präsentieren die Veranstalter Hebbel-Theater und TanzWerkstatt Berlin an neun verschiedenen Orten 19 Choreographien.Zum ersten Mal werden neben der Komischen Oper auch Staatsoper und Deutsche Oper ihre Pforten für die Tänzer öffnen.

"Um möglichst viele Menschen zu den Aufführungen zu bringen, brauchen wir Uraufführungen, Premieren und eine bekannte Tanzcompagnie", erklärt Hertling.So konnten in diesem Jahr das weltweit gefeierte "Nederlands Dans Theater" aus Den Haag mit seinen drei Ensembles für das Tanzfest gewonnen werden: das NDT I, die sogenannte "große" Compagnie, das NDT II, das Ensemble für junge Tänzer, sowie das NDT III, in dem sich - einmalig auf der Welt - nur ältere Tänzer befinden.Unter dem Motto "Solomania" stellen sich verschiedene Tänzer - sowohl renommierte wie Jan Fabre als auch Nachwuchskünstler wie Emio Greco - der besonderen Herausforderung des Solotanzes."Das Solo ist eine sehr radikale und intime Form des Tanzes", erklärte Mitorganisatorin des Festivals, Ulrike Becker, den Grund für das diesjährige Motto.Das von Urs Dietrich choreographierte und selbst getanzte Solostück "An der Grenze des Tages" wird in diesem Rahmen uraufgeführt.Außerdem gibt es unter den Solovorstellungen mehrere Deutschlandpremieren wie die Stücke von Mark Tompkins oder Benoît Lachambre.Eröffnet wird das Tanzfest am Freitag mit dem ersten abendfüllenden Programm des New Yorker Stephen Petronio und seiner Company: "Not Garden" bezieht sich im ersten Akt auf Dantes "Inferno", im zweiten dann auf den Garten Eden.

"Überall ist das Internationale Tanzfest Berlin ein Begriff.Neben guten Aufführungen bietet es auch ein interessantes Gesprächsforum für die Künstler", erklärte Hertling.Finanziert wird das diesjährige Tanzfest durch Hebbel-Theater und TanzWerkstatt und wie schon im Vorjahr durch Zuschüsse der Hauptstadtkulturförderung."Ohne diese wäre es nicht möglich, so ausgezeichnete Künstler nach Berlin zu holen", betonte Nele Hertling.Um so erschreckender sei jedoch, daß es für das nächste Jahr noch keinerlei Finanzierungsidee gebe.

0 Kommentare

Neuester Kommentar