Kultur : Blick nach Osten

Das DSO stellt seine Pläne für die Saison 2013/14 vor.

Foto: Urban Zintel
Foto: Urban Zintel

Der Chef ist nicht da, doch die Komplimente für ihn sind allgegenwärtig. Wegen einer schweren Erkrankung im engsten Familienkreis konnte Tugan Sokhiev nicht an der Programmvorstellung des Deutschen Symphonie-Orchesters teilnehmen. Sein Orchester aber blickt am Ende der ersten gemeinsamen Saison mit Stolz in die Zukunft. Sokhiev fordere die Musiker mit unbestechlichem Gehör und Enthusiasmus zu Höchstleistungen heraus, lobt Orchestervorstand Matthias Kühnle.

In seinem zweiten Berliner Jahr setzt Sokhiev sein Engagement für das russisch-slawische Repertoire fort – auch mit Werken, die hierzulande selten gespielt werden. Das Berliner Publikum will Neues hören, ist sich der Chef sicher. Mit Sergei Tanejews Kantate „Johannes Damascenus“ erklingt ein Bindeglied zwischen Tschaikowsky und Rachmaninov, mit Wieczyslaw Weinbergs 4. Symphonie soll das Umfeld Schostakowitschs abgehört werden. Dazu früher Prokofjew und junger Schostakowitsch. Klangfarben will das DSO mit Werken von Saint-Saëns und Roussel blühen lassen. Als Musikdramatiker präsentiert sich Sokhiev mit Mahlers 2. Symphonie. Als Moderator ist er erstmals bei einem Casual Concert zu hören: viele Gelegenheiten, den Chef in Berlin zu erleben, denn ausgedehnte Tourneen sind in der nächsten Saison nicht geplant.

Ehrendirigent Kent Nagano kehrt für zwei Programme zum DSO zurück. Er wird auch das Abschiedskonzert von Bernhard Hartog leiten, der nach 33 Jahren als Erster Konzertmeister in den Ruhestand geht. Auch Vladimir Ashkenazy tritt wieder ans Pult, Altmeister Herbert Blomstedt wird seinen Bruckner-Zyklus vorantreiben. Neben Russland und Frankreich (Marc Minkowski leitet Schauspielmusiken von Ibert und Bizet) ist auch England gut in der neuen Saison vertreten. Sir Andrew Davis und Sir Roger Norrington dirigieren Elgar und Vaughan Williams. Kammerformationen des DSO bespielen neben den Staatlichen Museen und der Villa Elisabeth künftig auch den Heimathafen Neukölln. UA

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