Kultur : Blondinen küsst man nicht

Frank Noack

Wie exotisch das klingt - eine estnisch-lettische Co-Produktion. Doch die Personen laden ebenso leicht zur Identifikation ein wie die Handlung. Es geht um ein blondes Gift namens Margita (Rezija Kalnina) und seine Opfer. Seit den Filmen aus Hollywoods Schwarzer Serie weiß man, dass man sich mit blonden Frauen besser nicht einlassen sollte. Sie haben es meist faustdick hinter den Ohren. Margitas Opfer sind reiche, dumme, notgeile Männer, die in der Hoffnung auf eine schnelle Nummer den Verstand, die Scheckkarte und den Wagen verlieren. Die erste männliche Person, die Margita durchschaut, ist ein kleiner Junge, dem ihr böser Blick gefällt. Er gibt ihr auch Tipps und erklärt ihr, wie man eine gestohlene EC-Karte richtig verwendet. Schließlich halten selbst die erwachsenen Männer den Mund, als sie erfahren, dass es sich bei Margita um eine gesuchte Betrügerin auf der Flucht handelt.

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Der Polizist Arnold (Tiit Sukk) sorgt dafür, dass niemand im Dorf die Fahndungsfotos in den Zeitungen sieht. Der Gesetzeshüter und die Gesetzesbrecherin werden ein Liebespaar, bis die junge Frau beschließt, ihr kriminelles Leben woanders fortzusetzen. Der estnische Regisseur Peeter Simm, der 1989 mit dem Festivalerfolg "A Man Who Never Was" bekannt wurde, hat diese Geschichte als rauhe, trockene Komödie inszeniert. Margita erinnert an die hartgesottenen Hollywoodheroinen der dreißiger Jahre wie Jean Harlow oder Barbara Stanwyck. Fatale Attraktionen sind im Kino immer blond. Aber es fällt schwer, Margitas Taten zu verurteilen, da sie permanent ums Überleben kämpft.

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