Kultur : Bösmenschen - Eine Super-Waffe namens Elvis

Nadine Lange

Ach ja, Hollywood: Steigen da nicht noch immer Unbekannte kometenhaft zu Stars auf, schreiben da nicht Erfolglose plötzlich das Superdrehbuch? Von solchen Wünschen vernebelt waren wohl die Produzenten von "Chill Faktor", als sie sich entschlossen, das Skript des Ex-Tennisprofis Drew Gitlin und des drittklassigen Fernsehproduzenten Mike Cheda zu verfilmen. Als Regisseur holten sie Hugh Johnson dazu, der bisher nur bei den schwächeren Filmen der Gebrüder Scott hinter der Kamera stehen durfte. Bei den Hauptdarstellern entschied man sich mit Oscarpreisträger Cuba Gooding jr. und dem "Scream"-Killer Skeet Ulrich dann doch für Prominenz - das amerikanische Publikum schaut ja sonst nicht hin.

Dieses Kalkül geht daneben. Schon die hektisch erzählte Vorgeschichte: Im Südpazifik kommen 18 Soldaten durch das Experiment eines Wissenschaftlers ums Leben. Der veranwortliche Army-Major muss zehn Jahre in Haft, während der Wissenschaftler weiter an seiner Super-Waffe namens "Elvis" basteln darf. Der Major kommt frei und bricht mit einem Söldnertrupp ins Laboratorium ein. Er schießt den Forscher an, doch der kann "Elvis" gerade noch bei seinem jungen Freund Manson vorbei bringen, verfolgt von Major, Polizei und Militär.

Hier beginnt der Film ein zweites Mal. Endlich kommen die Helden ins Spiel, und ein ungleiches Duell zeichnet sich ab. Aber nichts da: Stattdessen Verfolgungsjagden und - besonders nervig - dauernde Elvis-Sprüche ("Elvis hat das Gebäude verlassen"). Auch Spannung fehlt: Selbst, dass "Elvis" nicht über 50 Grad Fahrenheit erwärmt werden darf, stört nicht - schließlich hat stets noch jemand Eis im Kofferraum. Drehbuch-Greenhorn Drew Gitlin hätte weiter Tennis spielen sollen.In 18 Berliner Kinos

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