Kultur : Bondy und Schirmer warten auf ein Wort von Senator Radunski

Auf ein Signal des Berliner Kultursenators Peter Radunski, wie er sich die künftige Intendanz des Deutschen Theaters vorstelle, warten sowohl der Regisseur Luc Bondy als auch der Stuttgarter Schauspielintendant Friedrich Schirmer.Angesprochen auf das Gerücht, er sei - nach dem Auslaufen von Thomas Langhoffs Intendantenvertrag im Jahr 2001 - an der Berliner Intendanz nicht mehr interessiert, antwortet Schirmer: "Das stimmt und stimmt so nicht." Als man ihm Ende März angedeutet habe: "So einen wie Sie, einen nicht inszenierenden Intendanten, brauchen wir", habe er diese Aussicht sofort sehr reizvoll gefunden: "Es gibt Aufgaben, wenn man dazu berufen wird, dann macht man das." Nach einem persönlichen Gespräch mit dem Kultursenator habe er Mitte April um Informationen, so etwa konkretes Zahlenmaterial, zur Situation des Deutschen Theaters gebeten.Diese Informationen seien allerdings bis heute ausgeblieben.

Er sei im Gespräch mit den Regisseuren Luc Bondy und Peter Stein über die Frage: "Gibt es einen Weg, gemeinsam ein Theater zu leiten?" Was nicht bedeute, daß er, Schirmer, nicht letztlich die volle Verantwortung tragen wolle.Es sei jedoch nur natürlich, daß er mit Künstlern dieses Ranges auch Spielplanfragen "in gegenseitigem Einvernehmen" zu regeln bereit sei.Gern wolle er als "Hängebrücke" zwischen Stars wie Stein, Bondy und Grüber und den jüngeren Regisseuren seiner Stuttgarter Tätigkeit wie Elmar Goerden dienen.

"Lust auf die neue Herausforderung" habe er immer noch, jedoch werde sie an ein Ende gelangen, "wenn ich spüre, daß die andere Seite mich nicht mehr will".Schirmer: "Ich kann es dem Senat nicht ersparen, sich zu entscheiden."

Wie Luc Bondy unterdessen in einem Interview der "Berliner Morgenpost" erklärte, könne Friedrich Schirmer eine "Art Intendant und Integrator" für Peter Stein, für ihn selbst und für "eine ganze Reihe jüngerer Regisseure" sein.Der 50jährige Schweizer will am Deutschen Theater nicht nur als Gastregisseur tätig sein.Er wolle sich dagegen weitergehend engagieren, so, "daß sich ein Zusammenhang mit den Arbeiten von anderen entwickelt".Noch habe er aber kein konkretes Signal aus der Berliner Kulturverwaltung erhalten.Im Falle eines Engagements in Berlin möchte Bondy auch weiterhin für die künstlerische Leitung der Wiener Festwochen verantwortlich sein.In Wien werde alles getan, damit er bleibe."Aber", so Luc Bondy, "man könnte eine sehr gute Achse Wien-Berlin aufbauen." Tsp

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