Kultur : Bonhoeffer in Wort und Ton

Der Name Dietrich Bonhoeffer ist verbunden mit dem Widerstand gegen die Nationalsozialisten.In einem Brief vom 21.Juli 1944 entfaltet der evangelische Pfarrer seine Überzeugung von der tiefen Diesseitigkeit des Christentums.Es mag dieses Verantwortungsgefühl gewesen sein, daß ihn 1939 von einer Reise zurückkehren und die ihm zugewachsene Verantwortung im Widerstand wahrnehmen ließ.Bonhoeffer wurde am 9.April 1945 hingerichtet.Das Deutsche Symphonie-Orchester widmet dem Theologen jetzt eine Kammermusikreihe.

Der amerikanische Komponist Tom Johnson lernte die Schriften Bonhoeffers, sein Denken und seine Theologie in den 80er-Jahren kennen.Diese haben ihn tief beeindruckt und veranlaßt, zu ausgewählten Texten Bonhoeffers ein Oratorium zu komponieren.Nach Aussage von Habakuk Traber, Initiator der Kammermusikreihe um das Oratorium, achtete der Minimalist Johnson bei dem 1996 in Maastricht uraufgeführten Werk darauf, daß Text und Sprache nicht verwischt werden.

Sieben verschiedene Konzerte gruppieren sich um die deutsche Erstaufführung des Bonhoeffer-Oratoriums von Tom Jones am 18.November um 20 Uhr in der Philharmonie, das den Mittel- und Höhepunkt der Reihe bildet.So wird heute um 20 Uhr im Otto-Braun-Saal der Staatsbibliothek Kammermusik von Klein, Ullmann und Schulhoff geboten, drei im Nationalsozialismus verfolgte Komponisten.Das Hollywood-Liederbuch von Hanns Eisler - Musik aus dem Exil - wird am 12.November um 20 Uhr im Kammermusiksaal der Philharmonie gegeben.Am 17.November findet wiederum im Otto-Braun-Saal um 20 Uhr ein Konzert statt, bei dem Werke israelischer Komponisten zu hören sind.Das Konzert am 25.November um 20 Uhr im Kammermusiksaal der Philharmonie stellt einem Streichquartett von Hartmann eines von Beethoven gegenüber.Kreneks "Der Diktator, Schwergewicht oder die Ehre der Nation" am 28.November um 19 Uhr 30 in der Jesus-Christus-Kirche, Dahlem, folgen ein Klavier-Konzert mit Werken von Bach, Schulhoff, Hartmann und Beethoven am 30.November um 20 Uhr im Kammermusiksaal der Philharmonie, und schließlich am 4.Dezember aus dem Großen Sendesaal des SFB um 20 Uhr Werke von Ullmann und Rihm.Alle Konzerte werden von Mitgliedern und Gästen des Deutschen Symphonieorchesters dargeboten.Zu den Konzerten am 12.und 18.November gibt Habakuk Traber jeweils um 19 Uhr eine Einführung. rfi

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