Kultur : Bonner Wanderschau zum deutschen Doppeljubiläum

LARS TÖRNE

Ein zweifacher Staats-Geburtstag und ein deutsches Jubiläum stehen 1999 bevor: Vor 50 Jahren wurden die Bundesrepublik Deutschland und die DDR gegründet.Außerdem jährt sich der Fall der Berliner Mauer zum 10.Mal.Das Bonner Haus der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland hat nun eine Wanderausstellung über die Geschichte der beiden Staaten gestaltet, die während des Jubiläumsjahres quer durch die Republik reisen soll."40 + 10" heißt die Schau und zeigt damit im Titel, daß sowohl die 40jährige Zweistaatlichkeit als auch die bisher zehn Jahre währende Einheit gewürdigt werden sollen, wie Museumsdirektor Hermann Schäfer bei der Vorstellung des Konzeptes am Dienstag sagte."Zu einem gemeinsamen Geburtsjahr aller Deutschen wird 1999 nur, wenn wir immer auch die Teilung mitdenken und uns der Aufgaben vergewissern, die im Sinne einer inneren Vereinigung noch vor uns stehen".

Die aus dem Bundeshaushalt finanzierte Wanderausstellung soll ab Januar in zwei Versionen durch Deutschland touren: Eine größere Version kommt in die Hauptstädte der Bundesländer.Ihre Reise beginnt im Januar in Hamburg, und im August und November soll sie auch in Potsdam zu sehen sein.Eine kleinere Version wird in einem Dutzend ausgewählter weiterer Städte gezeigt werden.Die Ausstellung ist eine Mini-Version der inzwischen von drei Millionen Menschen besuchten Dauerschau des Bonner Geschichtsmuseums.Sie soll durch den Einsatz von Filmen, neuen Medien und durch interaktive Angebote auf lebendige Art deutsche Geschichte vermitteln.Dabei gehe es sowohl um die politische und wirtschaftliche Entwicklung als auch um Gesellschaft und Kultur zwischen 1945 und 1999.Hinzu kommen historische Ausstellungsstücke - vom Care-Paket der Nachkriegszeit über den Einigungsvertrag bis hin zum blauen UN-Barett eines deutschen Soldaten.

Der Kulturbeauftragte der neuen Bundesregierung, Michael Naumann, lobte das Vorhaben in seiner Eröffnungsrede mit den Worten, hier würden "nicht nur Daten und Fakten" vermittelt, sondern Geschichte werde hier auch in Form von Geschichten erzählt.

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