• Bootsdrama: Kapitän gegen Kontinent: Arne Rinnan hält zu den Flüchtlingen und wird zu Hause als Held gefeiert

Kultur : Bootsdrama: Kapitän gegen Kontinent: Arne Rinnan hält zu den Flüchtlingen und wird zu Hause als Held gefeiert

Er gibt sich unerschrocken und fühlt sich im Recht: Auf der Kommandobrücke des Containerfrachters "Tampa" mit den rund 440 Bootsflüchtlingen und 50 schwer bewaffneten australischen Elitesoldaten an Bord telefoniert Kapitän Arne Rinnan jeden Tag auch mit seiner Frau Grethe im heimischen Kongsberg. "Er sagt, dass die Flüchtlinge ausgesprochen freundliche Menschen sind", berichtet die Norwegerin und hat nichts übrig für die Abweisung der Flüchtlinge, die hauptsächlich aus Afghanistan, Pakistan und Sri Lanka kommen, durch Australiens Behörden: "Die sollen sich was schämen. Erst bitten sie meinen Mann, die Flüchtlinge an Bord zu nehmen. Jetzt lassen sie ihn mit dem Problem einfach allein sitzen."

"Rinnan gegen Australien" titelte die Nachrichtenagentur NTB über die ungleiche Auseinandersetzung im Indischen Ozean. Für den 61 Jahre alten Kapitän sollte diese Fahrt mit Containerfracht die vorletzte vor der Pensionierung sein. Nach 23 Jahren im Dienst der Wilhelmsen-Reederei ohne berufsspezifische Erfahrungen mit Rettungsaktionen, Piraterie oder Unglücken kommt nun alles geballt auf den Skandinavier zu.

"Der Kapitän ist unerschütterlich in seiner Haltung, dass das Schiff mit so viel Menschen nicht seetüchtig ist", berichtete Reedereisprecher Hans Christian Bagmoen auf die Frage, wie Rinnan denn den Druck durch Elitesoldaten in Kampfausrüstung verkrafte, die neben Maschinenpistolen den Auftrag ihrer Regierung mitbrachten, die "Tampa" zum Verlassen ihrer Position vier Seemeilen vor der Weihnachtsinsel zu bringen.

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