Kultur : Brad & George

Heute eröffnet das 65. Filmfest von Venedig

Christina Tilmann

Es beginnt mit dem üblichen Star-Großauftrieb: Zum Eröffnungsfilm, der sehr schwarzen CIA-Komödie „Burn after Reading“ am heutigen Mittwoch reisen neben den Regisseuren Ethan und Joel Coen auch John Malkovich, Tilda Swinton, George Clooney und Brad Pitt an die Lagune. Keine Spur also von „weniger Glamour, mehr Qualität“, dem Motto, das Festivalchef Marco Müller für den Wettbewerb ausgegeben hatte. Auch sonst Stars in Mengen: Charlize Theron und Kim Basinger, Ralph Fiennes und Guy Pearce, Anne Hathaway und Nina Hoss werden am Lido erwartet.

Und doch kommt das Wettbewerbsprogramm mit 21 Filmen in diesem Jahr konzentrierter daher. Nur vier US-Produktionen sind dabei, darunter die neuen Arbeiten von Kathryn Bigelow und das Regiedebüt von Guillermo Arriga, der die Drehbücher zu „Amores Perros“ und „Babel“ geschrieben hat. Genauso viele, nämlich ebenfalls vier Filme, stammen aus Italien. Mit drei Filmen ist auch Japan gut vertreten, dabei auch das neue Werk des seit „Chihiros Zauberschloss“ auch in Europa bekannten Animationsmeisters Hayao Miyazaki, „Ponyo On Cliff By The Sea“.

Deutschland, zuletzt 2004 mit Wim Wenders’ „Land of Plenty“ im Wettbewerb – Wenders ist in diesem Jahr Jurypräsident –, tritt mit Christian Petzolds „Jerichow“ an, mit Nina Hoss und Benno Fürmann: eine Dreiecksgeschichte um einen aus Afghanistan zurückkehrenden Soldaten: „Eine der ältesten Geschichten der Welt, um Gier, Zwietracht und Leidenschaft“, so der Regisseur. Zuletzt war sein Film „Yella“ auf der Berlinale mit dem Silbernen Bären für die Beste Hauptdarstellerin Nina Hoss ausgezeichnet worden. Zweiter deutscher Wettbewerbsbeitrag: Werner Schroeter zeigt seine in Frankreich gedrehte Verfilmung eines Onetti-Romans, „Nuit de chien“.

Mit Spannung erwartet wird noch ein „Überraschungsfilm“, den Marco Müller bis zum Schluss geheim hält. Es wird gemunkelt, dass ein chinesischer Beitrag durch die olympiabedingten Zensurprobleme in China verzögert worden sei. Ein zweiter „Überraschungsfilm“, der iranische Beitrag „Khastegi“ von Bahman Motamedian, wurde Anfang der Woche bekannt gegeben. Zweiter iranischer Beitrag, allerdings außer Konkurrenz, ist der neue Film von Abbas Kiarostami, „Shirin“, mit Juliette Binoche. Und noch ein besonderes Debüt ist zu verzeichnen: Schauspielerin Natalie Portman stellt ihren Kurzfilm „Eve“ vor. Auch sie ein Star, mit dem sich der Lido schmücken wird. Christina Tilmann

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben