Brandenburgische Sommerkonzerte : Wochenend und Sonnenschein

In der Potsdamer Erlöserkirche sorgt das Orchester des Staatstheaters Cottbus unter der Leitung seines Chefdirigenten Evan Christ für einen stimmungsvollen Auftakt der 24. Brandenburgischen Sommerkonzerte

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Klangakrobaten: Das Orchester des Staatstheaters Cottbus
Klangakrobaten: Das Orchester des Staatstheaters CottbusFoto: Marlies Kross

Ursprünglich für höhere Offiziere und preußische Staatsbeamte angelegt, erstreckt sich mit prächtig dimensionierten Altbauten Potsdams Brandenburger Vorstadt. Findet sich hier ein Tourist, so erweist er sich als ein Verirrter, der nach dem Weg fragt. Das Brandenburger Tor der Landeshauptstadt trennt das touristische Gewimmel von diesem westlichen Wohnviertel, wo am Wochenende vornehme Ruhe herrscht.

Nur im Pfarrgarten fällt Betriebsamkeit auf, wenn die „Klassiker auf Landpartie“ sich bei Kaffee und Kuchen angeregt austauschen. Sie sind gekommen von nah und fern, um die Eröffnung der 24. Brandenburgischen Sommerkonzerte zu erleben. Die neugotische Erlöserkirche steht im gleißenden Sonnenlicht, das durch die hohen Seitenfenster die Musiker im Altarraum blendet. Aber partitursicher und einsatzfreudig lässt sich das Philharmonische Orchester des Staatstheaters Cottbus nicht irritieren, sondern von Chefdirigent Evan Christ beflügeln. So beginnt die Sommerserie, die noch immer ohne öffentliche Mittel existiert, Hilfe bei der Denkmalpflege leistet, Musikfreunde verbindet, mit einem gefeierten Konzert.

In die Potsdamer Idylle, wo die Gemeinde auch sonst unter Ud Joffe mit erstaunlichem Musikleben verwöhnt wird, bringen die Gäste aus Cottbus zwei Suiten, wie sie charakteristischer für ihre Herkunftsländer Amerika und Russland nicht sein könnten: „Appalachian Spring“ von Aaron Copland und „Sheherazade“ von Rimski-Korsakow. Motive aus der Volksmusik, triumphale Einfachheit hier, Paukenschläge auch dort, wo der Lehrer Igor Strawinsky mit bestechender Farbigkeit von „1001 Nacht“ singt.

Das Orchester, darin unter den Bläsern hervorragende Solisten etwa an Flöte und Fagott, erworbene Streicherkultur, versiert und mutig auch Elena Soltan in der Konzertmeisterrolle der Märchenerzählerin, gehorcht engagiert den Weisungen seines Maestro Christ. Das bedeutet, dass die Musiker ihm die Freiheit gestatten, flexibel zu sein.

Weitere Infos zum Festival: www.brandenburgische-sommerkonzerte.de

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