Kultur : Brecht-Müller-Stück

Streit spitzt sich zuIm Rechtsstreit um unzulässige Zitate Heiner Müllers erwägt der Verlag Kiepenheuer &Witsch, eine Verfassungsbeschwerde einzureichen.Anlaß ist ein Urteil des Oberlandesgerichts München (Az.: 29 U 5758/97).Wie berichtet, hatte es entschieden, daß Müllers Theaterstück "Germania 3" nicht mehr als Buch verbreitet werden darf - Müller habe ganze Textpassagen von zwei Werken Brechts übernommen und damit die Freiheit des Zitierens überschritten.Eine Revision wurde nicht zugelassen.Der Verlag nennt dies einen "wohl einmaligen Vorgang in der Rechtsgeschichte der Bundesrepublik".Formaler Grund dafür ist nach Angaben des Gerichts, daß der Streitwert 60 000 DM nicht übersteigt.Bereits drei Gerichte - in Potsdam, Brandenburg und München - hätten entsprechende Klagen der Erben abgewiesen, hieß es weiter.Als "Pikanterie" bewertete der Verlag, daß Müllers Theaterstück auch im Henschel-Bühnenverlag erschienen ist.Die Brecht-Erben hätten erklärt, daß ihnen die Zitate auf der Bühne gleichgültig seien. dpa/Tsp

0 Kommentare

Neuester Kommentar