Kultur : Breker-Schau in Schwerin eröffnet

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Die seit Wochen umstrittene Ausstellung des Bildhauers Arno Breker ist am Freitagnachmittag in Schwerin eröffnet worden. „Es geht weniger um eine Bilderschau als um eine Stück politischer Bildung“, erklärte Hans Robert Metelmann, Mecklenburg-Vorpommerns Bildungsminister: „Es gibt eine schleichende Renaissance des Künstlers Arno Breker, die den Nazi Breker salonfähig machen möchte. Dies ist eine Ausstellung gegen diese Entwicklung.“ Ausstellungskurator Rudolf Conrades erklärte: „Die Kunst Brekers interessiert mich nur zweitrangig. Mich interessiert unser Umgang damit. Das einzig Gefährliche an Brekers Kunst ist die Angst davor.“ Die Ausstellung solle ein Auftakt, nicht ein Schlusspunkt der Beschäftigung mit Breker sein.

Während der Eröffnung protestierten einzelne Künstler gegen die Ausstellung. Die Schweriner Malerin Ute Laux kritisierte, die Schau sei eine Würdigung Brekers. Von den Nazis als entartet diffamierte Bildhauer wie Ernst Barlach fänden keine Berücksichtigung. Auch der Fotokünstler Walter Hinghaus verteilte ein Flugblatt mit Informationen zu Barlach.

In Schwerin werden rund 70 Skulpturen aus allen Schaffensperioden Brekers gezeigt, die Stücke stammen aus dem von Brekers Witwe verwalteten Nachlass. Zugang zu Dokumenten sei ihnen allerdings nicht gewährt worden, erklärten die Ausstellungsmacher. Immerhin ist neben Fotos aus den Dreißigerjahren auch die von Adolf Hitler unterschriebene Ernennungsurkunde Brekers zum Professor der Berliner Kunsthochschule zu sehen. Es ist die erste allein Breker gewidmete Schau in öffentlichen Ausstellungsräumen seit 1945. Von 1936 bis 1945 schuf Breker als Staatsbildhauer verherrlichende Monumentalskulpturen für die Nationalsozialisten. Wegen seiner Nähe zu den NS-Machthabern hatte es Proteste gegen die Ausstellung gegeben. (Bericht folgt) zaj

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