Brennende Kulisse : Wagner-Spektakel wird verschoben

Die Aufführung von Richard Wagners "Der Ring des Nibelungen" mit finaler Abfackelung des Opernhauses am Altrhein bei Speyer wird um ein Jahr verschoben. Das Projekt fand weniger Anklang als erwartet.

Speyer/StuttgartDas Projekt soll nun im September 2009 umgesetzt werden, wie der Opernproduzent Wilhelm Keitel am Mittwoch in Stuttgart mitteilte. "Wir haben die von uns selbst gesetzte Hürde im Kartenverkauf knapp verfehlt", erläuterte er. Keitel wollte diesen September Wagners Opernzyklus über mehrere Tage hinweg in einem Opernhaus aus Holz aufführen. Zum Finale sollte das Gebäude "kontrolliert" abgefackelt werden, was in der Kulturszene zum Teil auf Kritik stieß.

Zwischen 600 Euro für die Einzelkarte und 15.000 Euro für das teuerste Komplettpaket kosten die Tickets für das Projekt - deutlich mehr als zum Beispiel bei den Bayreuther Festspielen. Etwa 1000 Karten hätten verkauft werden müssen, um beginnen zu können, sagte Keitel. Rund 750 seien es aber nur gewesen. Auf sieben Millionen Euro veranschlagt er die Kosten für das Spektakel.

Interesse aus dem Ausland

Großes Interesse an den Tickets habe es vor allem aus dem Ausland gegeben, sagte Keitel, etwa von internationalen Reisebüros. "Die haben uns aber gesagt, dass wir für dieses Jahr zu spät dran sind." Keitel will nun auch eine Agentur einschalten, um die Tickets zu vermarkten.

Der Opernproduzent und Dirigent hatte die Inspiration für sein Projekt direkt bei Wagner gefunden. Der Komponist hat in Briefen mehrfach die Idee erwähnt, am Rande des Rheins ein Theater aus Brettern aufzuschlagen, an vier Abenden sein Werk aufzuführen und das Theater dann abzubrechen. Am Altrhein sollte nun eigens ein Opernhaus gebaut und zum Finale zu großen Teilen abgebrannt werden.

Nicht jeder fand die Idee gut. Der Intendant der Salzburger Festspiele, Jürgen Flimm, meinte dazu: "Ja, Wagner hat so gedacht, aber ist das nicht eine enorme Verschleuderung von Mitteln und ein grenzenloser Luxus?" Keitels Fazit zur Verschiebung seines Projektes lautet: "Auch Wagner hat seine großen Pläne und Träume oft erst nach Überwindung viel größerer Hindernisse erreicht." (dm/dpa)

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