BRINKMANN-HOMMAGE „Sacer Lokus“ : Kampf der miesen Realität

Sandra Luzina

Das im Brandenburgischen gelegene Schloss Neuhardenberg ist im Sommer eine beliebte Spielwiese für Berliner Bühnenradikale. Martin Wuttke tollte im letzen Sommer mit dem mythomanen Jonathan Meese durch den Schlosspark und berauschte sich an dem gefährlichen Denken des deutschen Philosophen Friedrich Nietzsche.

In diesem Jahr kehren Wuttke und Meese zurück und haben gleich noch ihre Freunde Bernhard Schütz (Foto), Volker Spengler und Kathrin Angerer mitgebracht. Das Volksbühnen- Allstar-Ensemble zeigt eine Hommage an einen großer Zornigen – den früh verstorbenen Pop-Literaten Rolf Dieter Brinkmann. Die nachgelassene Textsammlung „Erkundungen für die Präzisierung des Gefühls für einen Aufstand“ dient als Ausgangspunkt für die theatrale Bearbeitung. Brinkmann, bekannt für seine Cut-up und Collage-Techniken, ficht hier nicht nur einen Kampf mit der Sprache aus, er schreibt auch gegen die „miese, grässliche Realität“ an.

Wuttke & Co. bleiben der künstlerischen Revolte auf den Fersen. Angekündigt wird eine theatrale Expedition, die – so verheißt es jedenfalls der Pressetext – „die ausgetretenen Pfade der Metropolen verlässt und in der Vermessung der Landschaft einen Ort zum Überleben ausfindig macht.“ „Sacer Lokus“ (heiliger Ort) nennt das hochgestimmte Ensemble seine Erkundung – ein Abend zwischen Gartenlust und Größenwahn. Sandra Luzina

Schlosspark Neuhardenberg, Do 16.8., 19.30 Uhr (Premiere), Fr-So 17.-19.8. und Fr-So 24-26.8., 18 € erm. 12 €; Busfahrt ab Berlin-Ostbahnhof: Hin- und Rückfahrt: 18 € (nur im Vorverkauf), Abfahrt: 17.30 Uhr (Kreuzung Am Ostbahnhof/Koppenstraße)

0 Kommentare

Neuester Kommentar