Britische Kunstauszeichnung : Turner-Preis geht an Lubaina Himid

Die aus Afrika stammende Künstlerin Lubaina Himid gewinnt den renommierten Turner-Preis. Sie beschäftigt sich mit Themen wie Kolonialismus und Rassismus.

Die Künstlerin Lubaina Himidin steht in einem ihrer Kunstwerke («A Fashionable Marriage»), nachdem bekannt gegeben wurde, dass Himid den Turner Prize 2017 gewonnen hat.
Die Künstlerin Lubaina Himidin steht in einem ihrer Kunstwerke («A Fashionable Marriage»), nachdem bekannt gegeben wurde, dass...Foto: Danny Lawson/PA Wire/dpa

Die wichtigste britische Auszeichnung für moderne Kunst geht in diesem Jahr an Lubaina Himid. Die aus Afrika stammende Künstlerin widmet sich in Gemälden, Grafiken und Installationen dem Einfluss schwarzer Einwanderer auf die westliche Kultur. Die Jury lobte ihre „kompromisslose Herangehensweise“ an Themen wie Kolonialgeschichte und den bis heute bestehenden Rassismus.

Himid ist mit 63 Jahren die älteste Künstlerin, die bislang die hohe Auszeichnung bekommen hat. Dies hat sie auch einer Änderung des Regelwerks zu verdanken: Erstmals wurde in diesem Jahr eine Altersgrenze aufgehoben und Künstler über 50 Jahre zugelassen

Die Jury ehrte die Professorin für zeitgenössische Kunst am Dienstagabend in Hull, der diesjährigen britischen Kulturstadt. Für den Preis werden nur Künstler nominiert, die aus Großbritannien stammen oder dort leben und arbeiten.

Andrea Büttner war nominiert

Die Auszeichnung ist nach dem englischen Maler William Turner (1775-1851) benannt und wird seit 1984 vergeben. Das Preisgeld für den Gewinner beträgt 25 000 Pfund (etwa 28 000 Euro).

Zu den vier Nominierten gehörte in diesem Jahr auch die in Stuttgart geborene Andrea Büttner. Sie machte durch Solo-Ausstellungen auf sich aufmerksam, etwa in der Kunsthalle St. Gallen (Schweiz). Büttner schuf Drucke, Radierungen und Gemälde, in denen es unter anderem um das Thema „Scham und Verlegenheit“ geht. Außerdem waren der Maler Hurvin Anderson und die Filmkünstlerin Rosalind Nashashibi nominiert.

Bislang wurden erst zwei Deutsche mit dem Turner-Preis geehrt: der Fotograf Wolfgang Tillmans (2000) und die Malerin Tomma Abts (2006). (dpa)

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