Kultur : Bronzezeitschau mit Beutekunst in Russland geplant

Für 2012/13 ist in Russland eine große Ausstellung „Bronzezeit – Europa ohne Grenzen“ geplant, in der kriegsbedingt verlagerte Objekte aus den Staatlichen Museen Berlins, sogenannte Beutekunst, präsentiert werden. Kulturstaatsminister Bernd Neumann und sein russischer Amtskollege Aleksandr Avdeev unterzeichneten bei den deutsch-russischen Regierungskonsultationen in Jekaterinburg eine entsprechende Erklärung. Das Besondere daran: Die russische Seite hat deutschen Fachleuten erstmals ungehinderten Zugang zu den Depots in den Museen von Moskau und St. Petersburg gewährt. Schon 2007 war in Moskau und St. Petersburg die Ausstellung „Merowingerzeit – Europa ohne Grenzen“ mit Kriegsbeutestücken aus russischen Depots gezeigt worden. Nach Deutschland konnte sie nicht ausgeliehen werden, da die Bundesrepublik die Beutekunstwerke nach deutscher Rechtsauffassung dann behalten müsste. Kulturstaatsminister Neumann sagte beim 10. Petersburger Dialog: „Dennoch kann nicht darüber hinweggesehen werden, dass das Problem der kriegsbedingt verlagerten Kulturgüter, also der Beutekunst, und ihrer völkerrechtlich begründeten Rückführung nach Deutschland nicht gelöst ist.“ Seit Jahren gibt es Streit über den rechtmäßigen Besitz der in Russland lagernden Kunst aus Deutschland. Neumann und Avdeev sprachen zudem über Pläne für eine weitere Ausstellung zum Thema „Russen und Deutsche. 1000 Jahre Geschichte, Kunst und Kultur“. Auch die Verhandlung eines deutsch-russischen Filmabkommens für gemeinsame Produktionen steht kurz vor dem Abschluss. Tsp

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