Kultur : BSE: Der Leiter des Veterinäramtes in Hamburg über Einfuhrkontrollen

Was passiert mit dem Fleisch[nachdem es im Hambur]

Peter Mielmann ist der Leiter des Veterenäramtes Grenzdienst in Hamburg. Zu diesem Amt gehören Grenzkontrollstellen im Hamburger Hafen und am Hamburger Flughafen. Die Behörde untersucht unter anderem auch Fleisch aus Nicht-EU-Ländern, das vor allem aus Argentinien und Brasilien eingeführt wird.

Was passiert mit dem Fleisch, nachdem es im Hamburger Hafen angekommen ist?

Wir führen entsprechend dem EU-Recht Kontrollen durch: Eine Dokumentenkontrolle, eine Identitätskontrolle und eine Warenuntersuchung. Wir prüfen, ob die vorgeschriebenen Gesundheitsbescheinigungen vorhanden sind und ob die dort angegebenen Betriebe eine EU-Zulassung haben. Zusätzlich sind hier Unterschriftenproben der argentinischen Tierärzte hinterlegt. Am Container prüfen wir dann die Beschriftung und Etikettierung der Ware. Das wird bei jedem Container durchgeführt. Die Warenuntersuchung bei Rindfleisch ist nach EU-Recht nur bei jeder fünften Sendung vorgeschrieben. Schon bei der kleinsten Unstimmigkeit der Dokumenten- oder Identitätskontrolle wird in jedem Fall eine Warenuntersuchung gemacht.

Wie sieht diese Warenkontrolle aus?

Wir machen einfache Untersuchungen in unserem Labor im Hafen. Etwa jede zehnte Probe geht weiter an das Hygiene Institut Hamburg. Dort untersuchen wir eventuelle Rückstände von Schwermetallen, Hemmstoffen, Pestiziden, Hormonen und machen gegebenenfalls auch bakteriologische Untersuchungen. Wir betreiben da einen sehr großen Aufwand.

In welcher Form wird das Fleisch im Hamburger Hafen angeliefert?

Früher kam das Rindfleisch auch in Hälften und Vierteln an, heute kommt es nur noch in Kartonladungen an. Das Fleisch ist also weitgehend zerlegt, die Knochen fehlen zumeist. Auch Hirn fehlt in den Ladungen. Daher können wir nicht auf BSE untersuchen.

Sie verlassen sich also auf BSE-Kontrollen in Argentinien beispielsweise.

Da müssen wir uns auf die Aussagen der argentinischen Behörden verlassen. Argentinien wird auch regelmäßig von Inspektionstruppen des EU-Lebensmittel- und Veterinäramtes in Dublin aufgesucht.

Ist argentinisches Rindfleisch ungefährlich?

Die Argentinier werben ja immer damit, außerdem bescheinigen sie es auch ausdrücklich, dass ihr Rindfleisch garantiert BSE-frei ist. Dem internationalen Tierseuchenamt in Paris liegt jedenfalls keine Meldung über einen BSE-Fall in Südamerika vor.

An ihren Kontrollen wird sich nichts ändern?

Unsere Kontrollen werden ja weitestgehend von der EU vorgegeben. Was ich erwarte, ist das Verbot der Einfuhr von Tiermehl und Blutmehl oder von Serumproteinen. Hier wird Deutschland eigene Vorschriften erlassen, denen wir dann zu folgen haben.

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