Kultur : Buchbranche zeigt wieder Optimismus

Frühlingsgefühle auf der Messe in Leipzig

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Zu Beginn der Leipziger Buchmesse gibt sich die Buchbranche für 2006 optimistisch. Nach einer Untersuchung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels gehen fast 60 Prozent der Buchhändler von einem guten Jahr aus, sagte Börsenvereinschef Gottfried Honnefelder gestern in Leipzig.

„Die Stimmung ist überraschend gut“, so Honnefelder. „Wir rechnen mit einem Plus von einem guten Prozent.“ Auch 2005 habe die Branche nach Schätzungen schwarze Zahlen geschrieben. Diese Enzyklika des Börsenvereins zu Anfang der Buchmesse muss als die frohe Botschaft aufgefasst werden, die sie ist. Ob die Optimisten allerdings Recht behalten, die darauf verweisen, dass sich das Buchgeschäft wie jedes andere in konjunkturellen Zyklen bewege, bleibt dahingestellt.

Die Studie fächert sich in die Segmente des Buchmarktes auf: Im Trend liegt die Belletristik mit leichtem Plus von 1,3 Prozent. Mit 55,1 Prozent ist die fremdsprachige Literatur außergewöhnlich stark gewachsen, das Kinder- und Jugendbuch verbuchte einen Umsatzzuwachs von 15,7 Prozent. Das Hörbuch legte um 14,1 Prozent zu, sein Anteil am gesamten Buchmarkt ist auf 3,4 Prozent gestiegen.

Bis zum Sonntag stellen in Leipzig 2162 Verlage und Editionen aus 36 Ländern ihre Frühjahrsprogramme und Neuerscheinungen vor. Mit 157 anwesenden Autoren sei sie international wie nie, sagte Messechef Wolfgang Marzin. „Sie ist ein beliebter Frühjahrstreff für Autoren, Verleger, Händler und ein Eldorado für Literaturfreunde.“ Diese kommen bei Europas größtem Lesefest „Leipzig liest“ mit rund 1800 Veranstaltungen und 1500 Mitwirkenden auf ihre Kosten. Der Fokus liegt, wie jedes Jahr, auf der jungen deutschsprachigen sowie den Literaturen Mittel- und Osteuropas.

Mehr als 100 000 Besucher werden dieses Jahr in Leipzig erwartet. Heute öffnet die Messe ihre Pforten für das Publikum. Am Nachmittag wird der mit insgesamt 45 000 Euro dotierte „Preis der Leipziger Buchmesse“ verliehen. In den Kategorien Belletristik, Sachbuch und Übersetzung sind 15 Autoren nominiert, darunter die Romanciers Judith Kuckart („Kaiserstraße“) und Ilija Trojanow („Der Weltensammler“). mel/dpa

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