Kultur : Buchmesse: Aufschwung spürbar

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Ein deutliches Zeichen für den wirtschaftlichen Aufschwung im Buchhandel hat die am Sonntag zu Ende gegangene 56. Frankfurter Buchmesse gesetzt. Die Verlage verzeichneten bei der weltgrößten Bücherschau zum Teil kräftige Auftragssteigerungen und eine spürbar bessere Stimmung bei den Kunden. „Wir sind sehr zufrieden“, lautete am Sonntag das Fazit von Messedirektor Volker Neumann. Mit einem Zuwachs bei den rund 150000 Fachbesuchern habe sich die Veranstaltung dieses Jahr als „konzentrierte Arbeitsmesse“ erwiesen.

Am Wochenende strömten an den beiden Publikumstagen über 100 000 „Leseratten“ durch die Hallen, wo sie am Sonntag auch Bücher kaufen konnten. Insgesamt präsentierten auf der Messe, deren Schwerpunkt die Arabische Welt war, knapp 6700 Aussteller aus 111 Ländern ihre Produkte.Weit stärker als in den vergangenen Jahren rückte nach Einschätzung der Verlage die Literatur wieder in den Vordergrund und war der Rummel um schreibende „Promis“ geringer. Eine „angenehme Konzentration“ auf das Buch“ stellte SuhrkampSprecher Thomas Sparr fest.Zu den Höhepunkten zählte am Wochenende der Auftritt des Literaturnobelpreisträgers Günter Grass. Er stellte seine Illustrationen zu Andersens Märchen vor und erhielt als erster Deutscher für sein Engagement im Jemen die Medaille des arabisch-deutschen Vereins „West-östlicher Diwan“. Die Wahl des Ehrengastes „Arabische Welt“ wurde von den Ausstellern einhellig begrüßt. Allerdings waren während der Fachbesucher-Tage nur wenige der Schwerpunkt-Veranstaltungen gut besucht. Die Platzierung in einer eigenen Halle habe eher zur Abgrenzung als zur Integration des Themas beigetragen, kritisierte unter anderem die Sprecherin des Aufbau Verlags, Barbara Stang.

Unklar blieb auf der Bücherschau die Zukunft von Buchmessen-Chef Neumann, dessen Vertrag überraschenderweise kurz vor der Veranstaltung nicht über das Jahr 2005 hinaus verlängert wurde. Er ließ offen, ob er im kommenden Jahr noch die Verantwortung tragen werde. Die Personalentscheidung des Börsenvereins des Deutschen Buchhandels war von vielen Verlegern heftig kritisiert worden.dpa

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