Kultur : Buchstaben in der Baumkrone Die „100 besten Plakate“ im Kulturforum

Friederike Höll

Jeden Tag erblickt man an den Wänden, Litfasssäulen und Zäunen der Stadt abertausend Plakate. Das Kulturforum bringt Ordnung in den wilden Plakatdschungel der Ästhetik. Dort werden zum siebten Mal die 100 besten Plakate des Vorjahres präsentiert. Aus über 1700 Einreichungen kürte eine internationale Jury, bestehend aus Künstlern, Grafikdesignern und Illustratoren, die originellsten Gestaltungen aus Deutschland, Schweiz und Österreich. Die Gewinner ergeben eine bunte Mischung. Sie sind in unterschiedlichen Kontexten entstanden – als Werbemittel für Kultur- und Wirtschaftsinstitutionen, als selbst initiierte Experimentarbeiten oder als Projekte in einem studentischen bzw. schulischen Rahmen. Einige Plakate sind dementsprechend expressiver und aufdringlicher, andere zurückhaltender.

Das Spiel mit der Typografie gibt es in vielen Variationen. Buchstaben werden bis zur Unlesbarkeit verfremdet und verformt. Sie hängen in einer Baumkrone oder sind das Ergebnis einer Legostein-Orgie. Auf manchen Plakaten treten sie in den Hintergrund, um das Bild für sich sprechen zu lassen. Andere haben im Zusammenspiel von Bild, Schrift und Bedeutung besonderen Witz. So wirbt die Plakatserie der „B3 Biennale des bewegten Bildes 2013“ von Yuriy Matveev und Nikolas Brückmann mit großflächig gedruckten optischen Täuschungen für sich – wahrhaftig bewegte Bilder. Friederike Höll

Kulturforum, Matthäikirchplatz, bis 23.6., Di–Fr 10–18, Sa/So 11–18 Uhr

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