BUCHVORSTELLUNG : BUCHVORSTELLUNG

Henryk M. Broder:

Vergesst Auschwitz! Der deutsche Erinnerungswahn und die Endlösung der Israel-Frage. Knaus Verlag, München 2012. 176 Seiten, 16,99 Euro.

Wo er hinschreibt, wächst kein Grass mehr, könnte man kalauernd sagen, obwohl das Buch von Henryk Broder schon fertig war, bevor die Grass-Kontroverse begann. Aber das macht nichts. In gewisser Weise ist das Gedicht „Was gesagt werden muss“ die logische, fast zwingende Konsequenz aus „Vergesst Auschwitz“. Ohne sich verabredet zu haben, sind der Ludwig-Börne-Preisträger und der Literaturnobelpreisträger in einen Dialog miteinander getreten, in dem es um Schuld, Scham, Tabus und Trottel geht. Und damit um deutsche Geschichte und deren psychopathologische Spätwirkungen. Auf jeden Fall gilt: Wer zu Grass reden will, darf zu Broder nicht schweigen – und umgekehrt.

Die offizielle Buchvorstellung von „Vergesst Auschwitz“ ist am heutigen Montag um 19 Uhr 30 im Jüdischen Museum in Berlin (Lindenstraße 9–14, Eintritt 9 Euro, ermäßigt 7 Euro). Im Anschluss an die Lesung diskutiert Tagesspiegel-Redakteur Malte Lehming mit Henryk Broder über die Frage: Sind wir alle Antisemiten? Tsp

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