Bühne : Peymann nennt Brecht bedeutendsten deutschen Dramatiker

Für den Theaterintendanten Claus Peymann ist Bertolt Brecht der einzige deutsche Dramatiker von wirklicher Weltgeltung. "Nicht Schiller, nicht Goethe - Brecht wird in jedem Winkel der Welt gespielt", sagte Peymann.

Berlin - Und Brecht werde überall gebraucht, sagte Peymann der Berliner Tageszeitung "B.Z.". "Brecht ist unser dramatischer Himalaya", fügte der Intendant des von Brecht gegründeten Berliner Ensembles (BE) hinzu. Dass er selbst bei Brechts "Dreigroschenoper" nie Regie geführt habe, liege daran, dass sie für ihn zu sehr Bestseller und Operette sei. Aber 2007 werde es an seinem Haus eine Inszenierung des Stücks von Robert Wilson geben.

Den Menschen Brecht (1898-1956) schätze er als "sinnlich barocken Süddeutschen". "Ich finde es wunderbar, wie er auf den Proben ein Tyrann ist und herumbrüllt. Da fühle ich mich bestätigt in meiner eigenen Aggressivität", sagte Peymann. In seinem Haus gibt es am Samstag zum 50. Todestag Brechts eine große Gala mit Gästen wie Milva, Franz Xaver Kroetz, Max Raabe und den Kessler-Zwillingen.

Für das kurz vor seiner Eröffnung stehende private Theater im Admiralspalast befürchtet der 69-Jährige angesichts der Konkurrenzsituation zum BE und zum Deutschen Theater "das Schlimmste". "Ich bewundere allerdings den Mut, in Berlin ein neues Theater ohne Subventionen zu eröffnen", sagte er. Das Haus wird am Freitag mit einer Inszenierung der "Dreigroschenoper" in der Regie von Klaus Maria Brandauer eröffnet. (tso/ddp)

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