Drastische Szenen : Sänger in Köln melden sich aus Protest krank

In der Kölner Inszenierung der Oper "Samson et Dalila" häufen sich die Ausfälle wegen der drastischen Kriegs- und Vergewaltigungsszenen. Inzwischen haben 28 von 66 Mitwirkenden des Kölner Opernchores erklärt, nicht für die Premiere zur Verfügung zu stehen.

KölnDie in den Proben erlebten Szenen von brutalstem Missbrauch und Erschießungen hätten die Musiker so stark belastet, dass sie unter Schlafstörungen litten. Auch die Sängerin der Titelpartie, Dalia Schaechter, ist aus der Produktion ausgestiegen, zudem mussten zwei weitere führende Solistenpartien neu besetzt werden. Dennoch wird an der Inszenierung und dem Premierentermin 2. Mai festgehalten.

Regisseur Tilman Knabe hat bereits mehrfach mit der Interpretation von Gewalt auf der Bühne für Aufsehen gesorgt. Er hat die biblische Geschichte von Samson und Dalila im Gazastreifen in Palästina angesiedelt. Der Umgang mit dem Stück von Camille Saint-Saëns (1835-1921) wird innerhalb des Ensembles kontrovers diskutiert. Die Bühnen haben für den Besuch des Stücks ein Mindestalter von 16 Jahren empfohlen. ddp

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