Klassische Musik : Nordmann setzt neue Akzente im Konzerthaus

Es bewegt sich was in der hauptstädtischen Klassikszene. Die Konzertdirektion Adler, fest verwurzelt im Westberliner Kulturbürgertum, legt erstmals gemeinsam mit dem Konzerthaus ein Abonnement auf.

Unter dem Titel „Pianissimo“ finden ab der Saison 2010/11 acht Klavierabende mit Künstlern wie Arcadi Volodos, Martin Stadtfeld oder Rudolf Buchbinder am Gendarmenmarkt statt. Die Zusammenarbeit mit Jutta Adler gehört zu den Projekten, mit denen sich der neue Konzerthaus-Intendant Sebastian Nordmann in der Stadt vernetzen will.

Statt wie üblich die gesamte Spielzeit unter ein Motto zu stellen, sollen im Programm des Konzerthauses künftig Themeninseln für fokussierte Aufmerksamkeit sorgen. 2010/11 wird Gustav Mahler gefeiert – mit drei einwöchigen „Inseln“, die seine Werke mit Kompositionen von Freunden, Bewunderern und geistigen Erben konfrontieren.

Durch erweiterte „Residenzen“ will Sebastian Nordmann einzelne Künstler besonders eng an sein Haus binden: Für 2010/11 konnte der türkische Pianist Fazil Say gewonnen werden. Ehemalige Residenz-Künstler wie Martin Helmchen oder Viviane Hagner bekommen mit der „Hausmusik“ Gelegenheit, Herzensprojekte zu realisieren. „Ausgezeichnet“ heißt eine Reihe, in der sich junge Preisträger beim Konzerthausorchester präsentieren dürfen. Ab der übernächsten Spielzeit soll es dann am Gendarmenmarkt regelmäßig Liederabende geben, die von den Sängern selber moderiert werden. Annette Dasch und Thomas Quasthoff haben dafür bereits zugesagt.

Aus Hamburg importiert Nordmann das Konzertformat „Zweimal hören“: Ein zeitgenössisches Werk wird dabei vorgestellt, anschließend von einem Musikvermittler erklärt und schließlich wiederholt. Außerdem sollen Abende, die Literatur und Musik verbinden, an die Tradition des Schinkelbaus als Berliner Schauspielhaus anknüpfen. F. H.

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