Musikfest Berlin : Revolution und Mauerfall

Das Zeitalter der Extreme wird belauscht: Das Musikfest Berlin widmet sich in diesem Herbst dem 20. Jahrhundert zwischen Russischer Revolution und dem Untergang des Ostblocks nach dem Fall der Berliner Mauer vor 20 Jahren.

Ulrich Amling

Nach seiner spirituellen Reise 2008 sei das Festival „voll auf die Erde zurückgeprallt“, erklärte der künstlerische Leiter Winrich Hopp bei der Vorstellung des neuen Spielplans. Hauptkomponist des Musikfests 2009, das vom 2. bis 21. September ausgetragen wird, ist Dmitri Schostakowitsch. Alle seine Sinfonien ohne Vokaleinsatz werden erklingen, dirigiert von prägenden Schostakowitsch-Interpreten wie Mariss Jansons, Kurt Masur, Bernhard Haitink, Simon Rattle und Vladimir Ashkenazy. Hopp will den Komponisten davor bewahren, „als Klassiker flach gespielt“ zu werden. Vielmehr will das Musikfest die Schärfe und Radikalität Schostakowitschs herausarbeiten.

Weitere Festival-Schwerpunkte gelten den Komponisten Iannis Xenakis und Joseph Haydn, dessen „Kaiserhymne“ als „Deutschlandlied“ durch Helmut Lachenmanns „Tanzsuite“ und Karlheinz Stockhausens „Hymnen“ weht. Hanns Eislers „Deutsche Symphonie“ verbindet den Widerstand gegen den Faschismus mit dem Klassenkampf: ein Brennspiegel deutscher Geschichte. Zum Auftakt der Berliner Konzertsaison werden im September die großen Londoner Orchester erwartet, außerdem das Chicago Symphony Orchestra sowie Klangkörper aus Amsterdam, Bamberg, Birmingham, Freiburg, Riga und Wien. Berlins Philharmoniker, das Konzerthausorchester, das Deutsche Symphonie-Orchester und das Rundfunk-Sinfonieorchester sind unter ihren Chefdirigenten zu erleben. Erstmals – siehe Mauerfall – ist auch das Konzerthaus Festival-Spielort. Der Vorverkauf für die 24 Konzerte ist eröffnet. Infos: www.musikfest-berlin.de.

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