Symphonie-Orchester : Metzmacher gibt Berliner Chefposten auf

Nachdem Metzmacher, erschreckt durch die harsche öffentliche Reaktion auf seine Brandrede, zunächst Gesprächsbereitschaft signalisiert hatte, erklärte er gestern nun seinen endgültigen Rückzug.

Frederik Hanssen

Ingo Metzmacher, der Chefdirigent des Deutschen Symphonie-Orchesters wird seinen Vertrag nun definitiv nicht über die Spielzeit 2009/10 hinaus verlängern. Nach nur drei Jahren verlässt der 1957 geborene Künstler damit wieder die deutsche Hauptstadt. Bei der Spielplanpräsentation Ende März hatte Metzmacher zur allgemeinen Überraschung verkündet, er könne unter den gegebenen Umständen nicht in Berlin weiterarbeiten. Damit war gemeint, dass sein DSO innerhalb der Berliner Rundfunkorchester und -chöre GmbH mit dem Rundfunk-Sinfonieorchester gleichgestellt werden soll. Für das DSO würde das einen moderaten Stellenabbau bedeuten.

Nachdem Metzmacher, erschreckt durch die harsche öffentliche Reaktion auf seine Brandrede, zunächst Gesprächsbereitschaft signalisiert hatte, erklärte er gestern nun seinen endgültigen Rückzug. In einer von seiner Künstleragentur verbreiteten Pressemitteilung bedauerte er die Entwicklung ausdrücklich. Für alle Beteiligten sei es aber jetzt wichtig, sich neu zu orientieren.

Im Mai ist Ingo Metzmacher drei Mal mit dem DSO zu erleben, im Juni ein weiteres Mal. In der Saison 2009/10 wird er 11 Programme erarbeiten. Der letzte gemeinsame Auftritt mit dem DSO wird ein Gastspiel bei den Salzburger Festspielen im Sommer 2010 sein.

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