Kultur : Bundesregierung

Die Bundesregierung hält an ihrer grundsätzlichen Haltung fest, das Denkmal für die ermordeten Juden Europas in Berlin zu errichten.Wie Regierungssprecher Otto Hauser erklärte, werde der Bund das dafür vorgesehene Grundstück in der Hauptstadt unentgeltlich zur Verfügung stellen und sich in der vereinbarten Weise an der Finanzierung beteiligen.Wie gemeldet, hatte der Bildhauer Richard Serra seine weitere Mitwirkung an dem favorisierten Entwurf des Architekten Peter Eisenman gestern zurückgezogen.In einem Brief an den Kanzler betonte Serra nun, er hoffe aufrichtig, daß das Holocaust-Denkmal gebaut werde.Sein Entschluß habe nichts mit dem Pro und Contra des Projekts und auch nichts mit seiner Beziehung zum Bundeskanzler oder anderen Persönlichkeiten in Deutschland zu tun.Serra habe Kohl für dessen klares Engagement in der Denkmal-Frage gedankt, sagte Hauser.Eisenman bekräftigte, daß er bald ein überarbeitetes Modell zu dem Denkmal vorlegen werde.Zu Serras Rückzug erklärte er: "Es hat stilistische Diskrepanzen gegeben." Künstler hätten eine andere Herangehensweise als Architekten.Bei diesem Projekt müsse man aber in der Lage sein, Kompromisse zu schließen.Serra, den Eisenman zu dem gemeinsamen Projekt hinzugebeten hatte, will keinerlei Urheberrechtsansprüche für die bisherige Arbeit geltend machen.Er hatte "persönliche und professionelle Gründe" für seinen Rückzug aus dem Wettbewerb angegeben.Der Rechtsexperte von Bündnis90 / Grüne, Volker Beck, forderte unterdessen, daß die Bundesregierung die Hintergründe für Serras Rückzug offenlegen und den Bundestag informieren solle.Es bestehe die Gefahr, daß die Politik auf einem "Eindampfen" des bisher gemeinsamen Entwurfes von Serra und US-Architekt Peter Eisenman zu einem gefälligeren Werk bestehen könnte, erklärte Beck.Das Kanzleramt sollte nach Becks Ansicht in der nächsten Sitzungswoche den Bundestag über die Hintergründe von Serras Rückzug informieren und den weiteren Fortgang des Verfahrens erläutern.Der gemeinsame Entwurf von Serra und Eisenman, die ein Stelenfeld aus 4 000 Betonpfeilern für das Mahnmal vorgeschlagen haben, sei sicher der eindringlichste Wettbewerbsbeitrag. ADN / AFP

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