Kultur : Bundestag soll Christo-Ausstellung für Berlin kaufen

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Der Deutsche Bundestag soll die Sammlung "Verhüllter Reichstag 1971 - 1995" der Künstler Christo und Jeanne-Claude erwerben. Das ist jedenfalls das Ziel einer Initiative des kultur- und medienpolitischen Sprechers der CDU/CSU-Fraktion im Bundestag Norbert Lammert. Anlässlich der aktuellen Ausstellung der Sammlung im Martin-Gropius-Bau, die noch bis zum 30. Dezember zu sehen ist, stellte er das Projekt gestern der Presse vor.

Die 366 Objekte, darunter Entwurfszeichnungen, Fotos, Modelle, Schriftstücke, dokumentieren den Jahrzehnte andauernden kulturpolitischen Entscheidungsprozess der Reichstagsverhüllung von 1995. Wie Lammert bei der Vorstellung seiner Initiative hervorhob, werde das Vorhaben auch von prominenten Abgeordneten wie Wolfgang Schäuble unterstützt, die damals im Bundestag gegen die Verhüllung des Reichtagsgebäudes gestimmt hatten. In einem Schreiben bat Lammert nun den Bundestagspräsidenten Wolfgang Thierse, nach Rücksprache mit den Fraktionen das Interesse des Bundestags am Erwerb der Sammlung anzumelden und die Bedingungen zu klären, unter denen sie in Berlin der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden könne.

Christo und Jeanne-Claude wollen die Sammlung nur geschlossen veräußern. Die Preisvorstellungen des Künstlerpaars sollen dem Vernehmen nach bei mehreren Millionen Mark liegen. Der Bundestag kauft seit den späten Fünfziger Jahren regelmäßig Kunstwerke insbesondere zur Ausgestaltung seiner Räumlichkeiten an; im Zuge des Umzugs der Abgeordneten nach Berlin wurden dem Ankaufsetat wiederholt Extratitel hinzugefügt.

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