Kultur : Bundeswehr: Begrenzt

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Bundeskanzler Gerhard Schröder hatte am Mittwoch erklärt, Deutschland sei zur Teilnahme an einer UN-Friedenstruppe in Afghanistan bereit. Nötig ist dafür ein neuer Beschluss des Bundestages. Wie beurteilen Experten eine solche Aufgabe?

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Ulrich Weisser, Vize-Admiral a.D. und strategischer Experte, sagte dem Tagesspiegel: Es kommt darauf an, was wir einsetzen müssen. Schwierig wird es bei Heeresverbänden. Wir haben schon fast 10 000 Mann auf dem Balkan, wir sind also am Rande unserer Kräfte. Im Prinzip können die neuen Aufgaben die angestrebte Reform der Kräfte beschleunigen. Die Zielrichtung ist ja richtig: Kontingente für solche Krisenreaktionen bereithalten. Um dies tun zu können, braucht man aber eine Finanzierung, zur Ausbilldung, zur Rekrutierung von Personal - wo es an Freiwilligen hapert - und zur Instandsetzung von Materiel. Es hängt alles an Herrn Eichel.

Jürgen Meinberg aus dem Bundeswehrverband sagte, im Falle einer deutschen Beteiligung an der geplanten UN-Friedenstruppe in Afghanistan müssten andere deutsche Militärmissionen reduziert werden. "Alle verfügbaren Kräfte sind ausgereizt." Meinberg erinnerte daran, dass auf dem Balkan insgesamt weit über 8000 deutsche Soldaten im Einsatz seien; weitere 3900 seien für den Kampf gegen den Terrorismus bereitgestellt. Wegen der notwendigen Ablöserhythmen und Ruhezeiten seien de facto aber drei- bis fünfmal so viele Soldaten gebunden.

Peter Zumkley, SPD-Verteidigungsexperte, plädierte zwar grundsätzlich für eine deutsche Beteiligung, gab aber zu bedenken, dass die Bundeswehr bereits stark engagiert sei - unter anderem in Mazedonien. "Das heißt, dass unsere Möglichkeiten nicht unbegrenzt sind."

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