C/O Berlin : Neue Hoffnung

C/O Berlin und die Investmentgruppe Elad verhandeln. Ausstellungen im Postfuhramt bis Ende 2012 geplant.

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Am Mittwoch haben sich die Gesellschafter des Fotoforums C/O Berlin zu neuen Verhandlungen mit der israelischen Immobilien-Investmentgruppe Elad getroffen. Bisher hatte Elad als neuer Eigentümer C/O Berlin dessen Ausstellungsräume im alten Postfuhramt von Berlin Mitte zum 31.12.2011 gekündigt. Elad plante im Innenhof des Postfuhramts ein Großhotel sowie einen Umbau des denkmalgeschützten des Altbaus zu einer Art Shopping Mall. Nachdem das Projekt keine baurechtliche Genehmigung durch den Bezirk Mitte erhielt, denkt Elad jetzt an ein verkleinertes Hotel und eine stärkere kulturelle Nutzung des Areals. Meldungen, dass der Investor auch angeboten habe, dass C/O die bisher gemieteten Ausstellungsräume selber kaufen könne, bezeichnete C/O-Geschäftsführer Stephan Erfurt gegenüber dem Tagesspiegel als Spekulation: „Wir haben bisher weder ein preisliches noch räumliches Angebot. Und wir wollen ein Solitär bleiben. Keinesfalls würden wir nur zur Dekoration ins Erdgeschoss eines ansonsten kommerziell umgewidmeten Gebäudes ziehen.“

Im Übrigen würde eine weitergehende Bindung an das Postfuhramt eine Klärung der Gesamtpläne und einen dafür notwendigen neuen Bauvorbescheid des Bezirks voraussetzen. „Das kann dauern, und darauf haben wir keinen Einfluss.“ Zunächst gehe es, so Erfurt, bei den „wieder aufgenommenen“ Gesprächen mit dem Investor darum, „bis spätestens Ende Juni Klarheit zu erhalten, ob wir unseren Mietvertrag im Postfuhramt bis Ende 2012 verlängern können“.

Andernfalls wäre das renommierte Fotoforum in seinem Fortbestand gefährdet. Erfurt: „In diesen Wochen müssen wir mit internationalen Museen die Verträge für unsere Ausstellungen im kommenden Jahr schließen. Dazu braucht es die Planungssicherheit über den Ort.“ Es geht dabei unter anderem um Präsentationen von amerikanischen Fotokünstlern wie Arnold Newman und Larry Clark. Weil die Realisation der zunächst rigiden Bauvorhaben von Elad in Berlin auf Widerstände gestoßen ist, scheint sich der international operierende Investor inzwischen um Schadenbegrenzung und um mehr kulturelles Engagement zu bemühen. Deshalb haben sich die Chancen zumindest für ein verlängertes Bleiberecht von C/O im Postfuhramt verbessert. Außerdem stoßen die C/O-Pläne für einen eigenen, vom Bezirk zunächst abgelehnten Ausstellungsneubau im Monbijoupark offenbar auf Interesse beim Regierenden C/O-Fan Klaus Wowereit. P.v.B.

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