Kultur : Castorf: "Peymann fehlt heute die Kämpferqualität"

Peymanns Berufung als Intendant des Berliner Ensembles kommentiert Castorf in einem soeben im Wiener Magazin "News" erschienen Interview: "Ich bin ein Querulant.Deshalb halte ich die polemische Sprengkraft dieses Sechzigjährigen für wichtig.Die braucht man in der Auseinandersetzung mit dieser dunpfenden Kleinstadtpolitik in Berlin." Allerdings sei "der Sechzigjährige nicht die Innovation in einer Stadt, die im Gegensatz zu ihrer Politik metropolenhaft, also auch intellektuell explodiert".Castorf weiter: "Wer zu lange im Wiener Luxus gelebt hat, dem fehlt die Kämpferqualität." Peymanns Theaterarbeit hält der demnächst 47jährige Volksbühnenmatador, der sich selbst durch Schlingensief bereits Richtung Altenteil befördert sieht, für "hausbacken, verträglich für jede Steglitzer Vorstadtsiedlung" und nicht mehr "dem Geist der Anarchie" entsprechend.Falls Peymann aber 6 Millionen Mark zusätzlicher Subvention für das BE erhalte, gönne er sie ihm, "wenn er damit eine kulturpolitische und gesellschaftshygienische Bombe bastelt".Castorfs Hoffnung: "Sechzig Jahre signalisieren ein gewisses biologisches Ende.Aber die Menschen sind lernfährig, und vielleicht kommt noch ein Altersstarrsinn dazu, der ihm hilft, ins Reich der Freiheit zu übersiedeln." Tsp

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