Kultur : CDU: Gerne Macht haben

Konservatismus (Lat) K. (auch: Konservativismus) ist eine politische Weltanschauung, die die Stärken der Tradition hervorhebt, die herrschende politische Ordnung bewahrt bzw. stärkt und die vorgegebene Verteilung von Macht und Reichtum vor Kritik schützt. Die drei wichtigsten Prinzipien des K. sind daher Identität, Sicherheit und Kontinuität.

Der politische K. ist antimodernen Ursprungs; er entstand als Gegenbewegung zu den Ideen der Aufklärung und der Prinzipien von Vernunft und Kritik. (...) Aus konservativer Sicht bilden Gesellschaften ein organisches Ganzes, in dem die Individuen und die sozialen Gruppen ihre unterschiedlichen Aufgaben zum Nutzen aller zu erfüllen haben und die Gesellschaft als Ganzes durch Gewohnheiten und Gebräuche zusammengehalten wird. Insofern ist für den K. eine Ordnung des Oben und Unten (in der eine Elite genauso notwendig ist wie Mittel- und Unterschichten) eine notwendige gesellschaftliche Bedingung. (...) Bei aller Vielfalt ist ein positives Verhältnis zum Umgang mit der Macht und der Ausübung von Macht ein wesentliches Element konservativen Denkens.

(Aus: Schubert/Klein, Politik-Lexikon)

Konservatismus Begriff: Im neuzeitlichen Verständnis ist K. als eine Ideologie zu begreifen, die im Gefolge der Französischen Revolution gegen die fortschrittlichen Ideen von Freiheit und Gleichheit gerichtet war. Konservative Ideologien, z.B. von Burke in England oder der Legitimisten in Frankreich, verwiesen auf den religiös, organisch oder historisch-evolutionär begründeten Charakter von Staat und Gesellschaft. Sie waren damit gegen rationale Gesellschaftsentwürfe der Neuzeit, die den Vertragscharakter betonten, gerichtet, insbesondere gegen Hobbes, Locke, Montesquieu und die sich ausbildenden wirtschaftsliberalen Schulen (Smith, Ricardo, schottische Moralphilosophie). Deshalb sind die jeweiligen Strömungen in der ersten Hälfte des 19. Jh. als Gegenbewegung zu fortschrittlichen Ideologien, insbesondere des Liberalismus zu verstehen. Die Dynamik ging dabei von letzterem aus. John Stuart Mill meinte deshalb, dass der K. "the stupid party" repräsentiere.

(Aus: Holtmann, Politik-Lexikon)

0 Kommentare

Neuester Kommentar