Kultur : Chef des Hannah- Arendt-Instituts verteidigt Scientology

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Der Chef des Dresdner HannahArendt-Institutes, Gerhard Besier, hat seinen Auftritt zur Eröffnung des „Zentrums für Religionsfreiheit“ der Organisation Scientology am Mittwoch in Brüssel, der vielfältig kritisiert wurde, verteidigt. „Ihre Lehre, die ich für religiös halte, ist skurril – aber dann müssten wir auch gegen die Mormonen zu Felde ziehen“, sagte der Religionshistoriker am Freitag. Es gebe keinen Nachweis, dass Scientology gegen die Verfassung verstoße. Der Umgang mit der Organisation sei daher Ausgrenzung.

Das sächsische Wissenschaftsministerium nannte den Auftritt „unerklärlich“ und bat Besier, nach seiner Rückkehr aus den USA, wo er sich zur Zeit aufhält, ausführliche Stellung zu nehmen. „Wir kritisieren den Ort und die Art seines Auftritts, da damit der Eindruck entstehen konnte, dass er sich nicht ausgewogen mit dieser Thematik befasse“, hieß es in einer Pressemitteilung.

Der Berlin-Brandenburger Bischof Wolfgang Huber hat die Äußerungen Besiers zurückgewiesen. Huber betonte, „in dem Kampf der Scientology-Organisation, als Religion und mildtätige Organisation anerkannt zu werden, kann ich keineswegs einen Beitrag zu Religionsfreiheit und Toleranz sehen.“

Scientology wurde 1954 von dem amerikanischen Science-Fiction-Autor Lafayette Ronald Hubbard (1911–1986) in den USA gegründet. Genaue Mitgliederzahlen sind nicht bekannt. Die Scientology-Organisation in Deutschland setzt nach einer Studie von Münchner Wissenschaftlern in hohem Maß unterschiedliche Methoden psychischer Einflussnahme ein.dpa

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