Kultur : China erhebt vagen Vorwurf gegen Ai Weiwei

Vier Tage nach Festnahme des regierungskritischen Künstlers Ai Weiwei haben die chinesischen Behörden erstmals Anschuldigungen gegen ihn vorgebracht. „So weit ich weiß, wird Ai Weiwei der Wirtschaftsverbrechen verdächtigt“, sagte der Sprecher des Außenministeriums, Hong Lei, in Peking.

Ai war am Sonntag ohne Nennung von Gründen am Hauptflughafen der Stadt abgeführt und an einen bisher unbekannten Ort gebracht worden. Die Ermittlungen hätten „gar nichts mit Menschenrechten oder der Redefreiheit zu tun“, sagte der Sprecher. China sei ein „von Recht geleiteter Staat“, andere Staaten hätten kein Recht, sich einzumischen. „Wir hoffen, dass relevante Länder die relevanten Entscheidung von China respektieren“, sagte der Sprecher, angesprochen auf die internationalen Proteste. Mehrere westliche Regierung drängten China zur Freilassung des weltbekannten Künstlers und Aktivisten.

Bundesaußenminister Guido Westerwelle hatte den deutschen Botschafter in Peking am Mittwoch aufgefordert, gegen Ais Arrest zu protestieren. Der Kulturausschuss des Deutschen Bundestages schloss sich am Donnerstag dem Unterausschuss der Auswärtigen Kultur- und Bildungspolitik an, der die Verhaftung als politischen Skandal und „eine Brüskierung der deutsch-chinesischen Kulturarbeit“ bezeichnete. Bisher habe die Familie noch keine offizielle Mitteilung über die Festnahme und die Vorwürfe erhalten, sagte Ais Anwalt Pu Zhiqian. Chinesische Medien erklärten das Vorgehen gegen Ai mit der Bemerkung, der Künstler habe sich „schon länger entlang der roten Linie des Gesetzes bewegt“. dpa

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