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Chinesischer Künstler : Berliner spenden Lego-Steine für Ai Weiwei

In ein Auto neben dem Martin-Gropius-Bau können Berliner Lego-Steine einwerfen. Ai Weiwei will daraus Porträts von Bürgerrechtlern bauen. Lego wollte nicht liefern.

Lego wollte ihm keine Steine liefern, jetzt sammelt Ai Weiwei Spenden in aller Welt - auch in Berlin.
Lego wollte ihm keine Steine liefern, jetzt sammelt Ai Weiwei Spenden in aller Welt - auch in Berlin.Foto: Tobias Schwarz/AFP

Neben Legosammelstellen für Ai Weiwei in Berlin und Peking haben jetzt auch die Australier in Melbourne eine Legostein-Spendenaktion gestartet. Die Nationalgalerie von Victoria stellte dazu einen 27 Jahre alten BMW vor ihrem Gebäude auf. Die Menschen schütteten kistenweise Lego-Steine durch das geöffnete Schiebedach.

Der chinesische Künstler will mit den Steinen Porträts von 20 Bürgerrechtlern bauen und in der Ausstellung "Andy Warhol/Ai Weiwei" ab 11. Dezember in der National Gallery of Victoria zeigen.

Die dänische Herstellerfirma hatte eine Lego-Bestellung des 58-jährigen Konzeptkünstlers und Regimekritikers vor wenigen Tagen mit der Begründung verweigert, die Firma wolle sich nicht „im Zusammenhang mit politischen Themen“ engagieren. Die Galerie in Melbourne dokumentierte die Aktion mit Fotos auf dem Fotodienst Instagram.

Auch auf dem Parkplatz des Berliner Martin-Gropius-Baus ist eine Sammelstelle für Legosteine eingerichtet worden, die Ai Weiwei für sein Kunstwerk benötigt. An der Niederkirchner-/Ecke Stresemannstraße steht ein silberfarbener älterer BMW bereit, in dessen leicht geöffnetes Schiebedach jederzeit Legosteine eingeworfen werden können.

Durchs Schiebedach: ein Auto als Legosammelstelle für Ai Weiwei auf dem Parkplatz des Gropius-Baus.
Durchs Schiebedach: ein Auto als Legosammelstelle für Ai Weiwei auf dem Parkplatz des Gropius-Baus.Foto: Mathias Voelzke/Martin-Gropius-Bau 2015

Vor Ai Weiweis Pekinger Studio im Künstler-Stadtteil Chaochangdi befindet sich ebenfalls bereits ein Auto zum Lego-Einwurf. Die Ausstellung in Melbourne widmet sich unter anderem dem Thema Menschenrechte. Der Martin-Gropius-Bau hatte im Sommer 2014 „Ai Weiwei Evidence“ gezeigt, die bislang größte Einzelausstellung des Künstlers, der zur Zeit teilweise in Berlin lebt und ab Sonntag als Gastdozent an der Universität der Künste unterrichtet. (Tsp)

Mehr über Ai Weiwei und seine Arbeit: www.tagesspiegel.de/ai-weiwei

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