Kultur : Chipperfield saniert Neue Nationalgalerie

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz hat David Chipperfield mit der Grundinstandsetzung der Neuen Nationalgalerie beauftragt. Der Bau von Mies van der Rohe muss von der Fassade bis zur Haustechnik saniert werden; Experten fordern dies schon lange. Während der Bauarbeiten, die voraussichtlich von 2015 bis 2018 dauern werden, muss das Haus geschlossen bleiben. Der britische Architekt hatte sich für diese Aufgabe empfohlen, nachdem er bereits das Neue Museum auf der Museumsinsel vorbildlich saniert hatte. Für seine Wahl unter insgesamt 24 Bewerbern hatten außerdem das Landesdenkmalamt votiert.

Auf Chipperfield wartet damit erneut ein prestigeträchtiges Projekt. Die 1965 bis 1968 erbaute Neue Nationalgalerie gilt mit ihrer schwerelos wirkenden Stahlkonstruktion und den fließenden Innenräumen als eines der bedeutendsten Gebäude des 20. Jahrhunderts. Um den gläsernen Kubus fit für die Zukunft zu machen, müssen sämtliche konstruktive Elemente (Stahltragwerk, Stahlbeton, Stahl-Glas-Fassade) erneuert, die sichtbaren Oberflächen (Naturstein, Terrasse) saniert und die Sicherheits- sowie Brandschutztechnik modernisiert werden. Die Kostenberechnung liegt noch nicht vor; sie ist Teil der Planungen. Insgesamt dürften sich die Kosten im zweistelligen Millionenbereich bewegen.

Für Chipperfield stellte die Bewerbung um dieses Projekt eine Ehrenpflicht dar, denn er war 2011 für sein Neues Museum unter anderem mit dem Mies-van-der-Rohe-Preis der EU ausgezeichnet worden. Mit dem neuesten Auftrag entwickelt er sich zum Hausarchitekten der Staatlichen Museen. Gegenwärtig entsteht nach seinen Plänen die James-Simon-Galerie als Besucherzentrum für die Museumsinsel. NK

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