Kultur : Christina Weiss kritisiert Zustand der Berliner Kultur

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Die Berliner Festwochen haben nach Ansicht von Kulturstaatsministerin Christina Weiss erkennbar konzeptionelle Probleme. Das sehr anspruchsvolle Programm habe nicht das erhoffte Publikumsecho gefunden, sagte sie am Mittwoch im Kulturausschuss des Bundestages. Die Berliner Festwochen unterstehen der Finanzregie des Bundes. Beim Ausbau der Museumsinsel deutete Weiss Korrekturen an. Es stelle sich die Frage, wo angesichts der umfangreichen Investitionen der Masterplan revidiert werden müsse und ob der „Zeitplan entzerrt“ werden könne. Gleichzeitig müsse auch der Hauptstadtkulturvertrag im nächsten Jahr neu verhandelt werden, sagte Weiss. Sie kritisierte, dass Berliner Kulturinstitutionen „unreformierter“ als anderswo seien: „Es macht keinen Sinn, dass der Bund eine Oper übernimmt, die nicht reformiert ist.“

Allgemein muss sich die Kultur in Deutschland nach den Worten der parteilosen Staatsministerin auf Einsparungen einstellen. Auch im Kulturbereich werde man die Haushaltskonsolidierung zu spüren bekommen, und nicht alles, was sich Kulturpolitiker vorgenommen hätten, sei jetzt noch zu erreichen. Beim Subventionsabbau, so Christina Weiss, sei es auch nicht gut, wenn man ganze Bereiche aussparen wolle.

Bei ihrer Aussprache mit dem Ausschuss kündigte Weiss unter anderem an, im nächsten Jahr solle zügig ein neues Filmförderungsgesetz erstellt werden und Anfang 2004 in Kraft treten. Mit Blick auf deutsche Produktionen plädierte sie für eine Form der Quotierung im Filmbereich, weil sonst ein „bestimmtes kulturelles Niveau“ keine Chance habe. Der Markt allein reguliere das nicht. dpa

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