Kultur : Christo und Jeanne-Claude: Doppelschau im Herbst in Berlin

Sechs Jahre nach der Verhüllung des Reichstags kehrt das Künstlerehepaar Christo und Jeanne-Claude mit zwei Ausstellungen nach Berlin zurück. In einer großen Schau im Martin-Gropius-Bau wollen die beiden vom 9. September bis zum Jahresende die Parlaments-Verhüllung von 1995 dokumentieren sowie frühere Arbeiten aus den Jahren 1958 bis 1969 zeigen. Gleichzeitig präsentiert der Neue Berliner Kunstverein (NBK) zwei Kunstprojekte, die Christo und Jeanne-Claude derzeit in den USA zu realisieren versuchen.

Die mit 2,7 Millionen Mark aus Mitteln der Lottostiftung des Landes Berlin finanzierte Doppelausstellung im Gropius-Bau umfasst rund 400 Arbeiten, dazu kommen vorbereitende Zeichnungen und Collagen zum Reichstag, Modelle der ersten verhüllten öffentlichen Gebäude, technische Zeichnungen und rund 200 Fotografien. Teile von Verhüllungsmaterialien - Gewebe und Seile - werden zu sehen sein. Die frühen Arbeiten stammen aus 168 Museen und Privatsammlungen in den USA, Südamerika, Australien, Japan und Europa. Unter anderem sind verhüllte Objekte, Ölfässer, Vitrinen und Ladenfronten zu sehen. Viele der Arbeiten werden erstmals öffentlich gezeigt. Die Ausstellung "Works in Progress" im NBK zeigt Zeichnungen, Collagen und Fotografien der noch nicht verwirklichten Kunstprojekte "The Gates" und "Over The River". "The Gates", begonnen im Jahr 1979, ist eine Installation für den New Yorker Central Park. 11 000 jeweils viereinhalb Meter hohe metallene Rahmen, von deren oberem Ende Stoffbahnen herunterhängen, sollen entlang der Gehwege im Park aufgebaut werden. Die Erlaubnis der Stadt fehlt bislang. "Over The River", eine Arbeit, die frühestens im Sommer 2004 umgesetzt werden wird, lässt auf über zehn Kilometer Länge Stoffdächer dem Verlauf des Arkansas River im Bundesstaat Colorado folgen.

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