CITY Lights : Moderier! Mich! An!

von

Filmfestivals wie das Fespaco in Ouagadougou (Burkina Faso) oder die Journées Cinematographiques von Carthage (Tunesien) haben auch in Europa einen Ruf. Doch wer kennt das mosambikanische Dockanema? Das Kurzfilmfestival von Antananarivo? Oder die polylokalen Filmfestivals in Kenia und Ruanda? Sie alle sind sehr jung und in ihren Ländern wichtige Zentren zur Förderung von Filmkultur und Bildung. So zieht das Rwanda Festival von Kigali aus durch die Dörfer, um seine Filme zu Menschenrechts- und Umweltfragen den Menschen auf dem Land näher zu bringen. Jetzt kommen die Leiter sieben afrikanischer Festivals zur dritten Afrikamera nach Berlin – mit Filmen, die sie extra für das hiesige Publikum ausgewählt haben. Viele Regisseurinnen sind dabei, bei Espelho Meu, den Pedro Pimenta vom Dockanema am Sonnabend im Arsenal vorstellt, sind es gleich vier Frauen (Vivian Altman, Irene Cardona, Firouzeh Khorosvanidavon, Isabel Noronha) aus vier Kontinenten, die spielerisch experimentell die in ihren Kulturen geltenden Weiblichkeitsstereotypen auseinandernehmen.

Apropos Frauen: In der Reihe AG Dok im Lichtblick, in der Dokumentarfilme von Dokumentarfilmern präsentiert werden, stellt Tamara Wyss („Die chinesischen Schuhe“) Super Art Market des Berliners Zoran Solomun vor. Seine Reise zu fünf erfolgreichen Galeristen von Cluj bis Schanghai bietet irritierende und amüsante Einsichten in die Verwertungsmechanismen des globalen Kunstgeschäfts.

In ähnliche Richtung geht eine neue Initiative des Arsenal, das hauseigene Filmarchiv für die Programmarbeit zu aktivieren. Da werden vom ebenfallls hauseigenen Filmverleih vertretene Regisseurinnen und Regisseure eingeladen, nach Herzenslust in der Schatzkammer zu forschen und aus den Früchten solcher Wühlarbeit einen Kinoabend zu komponieren. Den Anfang machen am Montag Eva Heldmann und Sabine Schöbel mit einem Programm, das unter dem Motto Mord, Musik und Gesang anhand von fünf kurzen Filmen genüsslich subversiv mit Hollywood & Co. umgeht. Dabei sind Arbeitsproben von Werner Schroeter, Joyce Wieland, Straub/Huillet, George Kuchar – und ein Film von Sabine Schöbel selbst.

0 Kommentare

Neuester Kommentar