Comicreihe "Crissis Tagebücher" : Das Geheimnis der alten Dame

Joris Chamblain und seine Comicreihe "Crissis Tagebücher" - gezeichnet von Aurélie Neyret.

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Der zweite Band von Crissis Tagebüchern.
Der zweite Band von Crissis Tagebüchern.Foto: Popcom

Die Welt um uns herum steckt voller aufregender Geschichten, wenn man nur genau genug hinschaut. Das tut die zehnjährige Crissi, die gerne Schriftstellerin werden möchte. So entdeckt sie in der Comicreihe „Crissis Tagebücher“, von der in Frankreich bereits vier Bände veröffentlicht wurden, die Abenteuer im Alltag. Im ersten Band ergründet sie das Geheimnis eines versteinerten Zoos und eines von der Welt vergessenen Künstlers. Im zweiten, jetzt auf Deutsch erschienenen Band „Hektors Buch“ folgt Crissi einer alten Dame, die sich jede Woche dasselbe Buch in der Bibliothek ausleiht und findet sich plötzlich mittendrin in einem anrührenden Drama um Liebe und Krieg, Trauer und die heilende Kraft der Erinnerung. Und lernt nebenbei auch noch Lektionen für ihr eigenes, nicht immer einfaches Leben.

Das ist von Joris Chamblain einfühlsam erzählt, wenngleich sie gerade im zweiten Band etwas zum Gefühlskitsch neigt. Der Clou aber ist die visuelle Umsetzung durch die Illustratorin Aurélie Neyret: Längere Comic-Sequenzen in einem leicht cartoonhaften Stil werden durch stilisierte Tagebuchnotizen, Skizzen, Fotos und Fundstücke der Hauptfigur ergänzt, was dem Buch trotz seiner stellenweise etwas zu konstruiert wirkenden Handlung einen ansprechenden Hauch von Authentizität verleiht. Lars von Törne

Joris Chamblain und Aurélie Neyret: Crissis Tagebücher, Band 2: Hektors Buch. Aus dem Französischen von Tanja Krämling. Handlettering Hartmut Klotzbücher. Popcom. 76 Seiten. 16 Euro. Ab 10 Jahren.

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