Ausstellung : Die Kunst im Blick

Alles erreicht und noch viel vor: Comic-Star Marko Djurdjevic eröffnet in dieser Woche in Berlin eine Galerie. Seine eigenen Werke spielen dort vorerst nur eine Nebenrolle.

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Bestseller. Mit Titelbildern für Spider-Man und andere Marvel-Serien wurde Marko Djurdjevic berühmt. Auch dieses Bild ist jetzt in...Illustration: Djurdjevic/Marvel

In der internationalen Comicszene ist er ein Superstar. Dass der Berliner Zeichner Marko Djurdjevic mit seinen heroischen, hyperrealistischen Coverbildern für den Marvel-Verlag – inzwischen finden sich seine Werke auf rund 250 Hefttiteln – so einen Erfolg hat, liegt auch daran, dass er sich der Comic-Tradition ebenso verpflichtet fühlt wie der klassischen Malerei. Jetzt hat Djurdjevic ein neues Forum geschaffen, in dem sich bildende Kunst und Comic-Ästhetik treffen können: Er ist mit seinem Atelier in Prenzlauer Berg ein paar Türen weiter in größere Räume gezogen und kombiniert seinen neuen Arbeitsplatz mit einem Ausstellungsraum für Wechselausstellungen.

„Sixmorevodka“ heißt die einladende, helle Galerie in Anlehnung an den Spitznamen ihres Betreibers, von dieser Woche an ist sie regelmäßig geöffnet. Die erste Gruppenausstellung gibt einen Vorgeschmack auf die Mischung, die Djurdjevic und seine Galeristin Antje Taiga Jandrig hier etablieren wollen.

Es gibt neben Drucken von Djurdjevic-Coverbildern für Spider-Man und andere Marvel-Serien Ölbilder dreier befreundeter Künstler zu sehen, die sich allesamt im Grenzbereich zwischen Illustration, Comic, Concept Art für Computerspiele und klassisch geschulter bildender Kunst bewegen.

Nic Klein, der in Kassel lebende Illustrator, zeigt Fantasy-Szenen und Sagengestalten sowie Arbeiten für die Titelbilder seiner Comic-Serie „Viking“, die beim US-Verlag Image Comics erschienen ist und noch nicht auf Deutsch veröffentlicht wurde. Der Künstler Justin „Coro“ Kaufman zeigt kleinformatige Straßenansichten von San Francisco, in denen er mit Kunst- und Neonlicht spielt. Und Carl Dobsky, der wie Coro einst mit Djurdjevic im gleichen Atelier des Concept-Art-Studios „Massive Black“ saß, ist mit Porträtbildern und Stillleben vertreten. Die Preise für Originale liegen zwischen 400 und 6000 Euro.

„Ich wollte befreundeten Künstlern eine Möglichkeit bieten, sich zu präsentieren“, sagt Djurdjevic. Seine eigene Arbeit nimmt da nur einen kleinen Raum ein. Immerhin kann der Besucher hier ein Exemplar des großformatigen Bildbands „The Marvel Art of Marko Djurdjevic" erwerben, das anderswo bereits ausverkauft ist. Es ist der erste derart opulente Kunst-Bildband, den der Marvel-Verlag einem seiner Zeichner widmet. Dass er mit seinen gerade mal 31 Jahren bereits „am Olymp angekommen ist“, wie Djurdjevic es selbst formuliert, ist für ihn kein Grund, sich auf den Lorbeeren auszuruhen. Sondern Ansporn, sich weiterzuentwickeln. Und neben dem noch bis 2013 laufenden Cover-Vertrag mit Marvel einfach mal etwas Neues auszuprobieren - wie eben diese Galerie. Sollte sie gut laufen, könnte er sich gar vorstellen, bei Marvel mal ein wenig kürzer zu treten, sagt er. Angesichts der produktiven Energie, die er im Gespräch ausstrahlt, ist das allerdings schwer vorstellbar.

Sixmorevodka, Winsstraße 42, Berlin-Prenzlauer Berg, Öffnungszeiten: Dienstags bis Donnerstags 10 bis 16 Uhr sowie nach Vereinbarung – per Mail unter antjetaiga@sixmorevodka.com, per Telefon unter (030) 76231031. Einen Überblick über Djurdjevics Marvel-Cover gibt es unter diesem Link.

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