Ausstellung : Super-Patschen und Brieftaubomaten

Die verrückten Ideen von Daniel Düsentrieb: Das Frankfurter Museum für Kommunikation zeigt die nachgebauten Erfindungen des Comic-Helden

Annabel Brückmann[Frankfurt (Main)]
Ausstellung "Dem Ingenieur ist nichts zu schwoer“
Die Torwart-Maschine ist eines der von Daniel Düsentrieb inspirierten Exponate im Museum für Kommunikation in Frankfurt.Foto: Thomas Lohnes (ddp)

Die verrückten Ideen von Daniel Düsentrieb haben es dem Ausstellungsmacher Josef Spiegel angetan. Er zeigt auf ein Bild aus einem alten Micky-Maus-Heft: Ein kleiner Hund hechelt auf einem Laufband einem Knochen hinterher, der vor seiner Nase an einer Schnur hängt.

Von der Idee aus Entenhausen beeindruckt, hat der Vorsitzende der Stiftung Künstlerdorf Schöppingen den „Apparat zum automatischen Hundeausführen“ nachgebaut. Ab diesem Donnerstag gibt es diese und zahlreiche weitere Erfindungen wie die „Super-Patsche“ oder den „Brieftaubomat“ im Museum für Kommunikation in Frankfurt am Main zu sehen. Titel der Ausstellung: „Dem Ingenieur ist nichts zu schwör“.

Schüler einer neunten Klasse haben bei der Umsetzung geholfen. Insgesamt setzten sie über 50 Erfindungen in die dreidimensionale Realität um. Vorlage waren die Comics rund um Donald Duck, Daniel Düsentrieb und den Rest der Entenhausen-Familie. In seiner Ausstellung verbindet Spiegel Kunst, Technik und Humor miteinander. „Ich finde es spannend, wenn man davor steht und sich fragt: Was ist denn das für ein komisches Teil?“, sagt er. Häufig stünden die Zuschauer erst einmal vor einem Rätsel. Aus diesem Grund hängt neben jedem Exponat ein Comicbild mit der entsprechenden Szene.

Die Ausstellung wird durch ein Projekt des Aufbaustudiengangs Fortbildungsprogramm Buch- und Medienpraxis der Goethe-Universität in Frankfurt erweitert. Die Dozentin Monique Behr hat in ihrem Seminar mit 26 Studenten den Zusammenhang zwischen Fiktionen und Realität untersucht. Ihre Ergebnisse präsentieren sie im Ausstellungsraum auf Schautafeln.

Bei ihren Recherchen befassten sich die Studenten unter anderem mit dem selbstständig denkenden, sprechenden und fahrenden Auto K.I.T.T. (Knight Industries Two Thousand). Bekannt wurde das Fahrzeug durch die TV-Serie „Knight Rider“ mit David Hasselhoff aus den 1980er Jahren. Die Studenten haben Parallelen zur Realität entdeckt: Seit einigen Jahren arbeiten Volkswagen und die amerikanische Stanford Universität an einem selbstständig fahrenden Auto. Der Prototyp VW Touareg „Stanley“ wurde 2005 vorgestellt.
Auch Museumsdirektor Helmut Goll hat Spaß an dem Projekt. Er habe sogar selbst eine Parallele zwischen Daniel Düsentrieb und James Bond hergestellt, sagt Goll. Beide unterliegen seiner Meinung nach dem Wunsch nach Überschreitung von Grenzen und werden von einer „Technik-Euphorie“ getrieben.

Die Besucher der Ausstellung können bis zum 10. Mai unter anderem einen Fahrrad-Rasenmäher, Flügelschuhe oder eine Tierlockpfeife besichtigen. In dem Bereich „Dinge, die die Welt (nicht) braucht“ können sie zudem ihre eigenen Erfindungen selbst einbringen. Die originellste Idee wird am 8. Mai prämiert. Außerdem werden während der Ausstellungszeit Workshops für Kinder und Jugendliche angeboten, in denen unter anderem eigene Erfindungen realisiert werden können.

Die Website des Museum mit weiteren Informationen findet man hier.

(ddp)

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