Autorencomic : Die Schmerzen des Clowns

Das historische Drama „Pietrolino“ ist inspiriert von der Lebensgeschichte des Pantomimen Marcel Marceau

Elke Vogel
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Alles andere als komisch. Szene aus "Pietrolino"Illustration: Boiscommun

Die größten Unterhalter und Spaßmacher sind oft die traurigsten und tragischsten Menschen. Auch das Leben von Clown „Pietrolino“ ist alles andere als komisch. Von den in Paris eingerückten Nazis verfolgt, landet der Pantomime und Illusionist in einem Arbeitslager. Von seiner großen Liebe verraten und mit von den Nazi-Schergen gebrochenen Händen scheint Pietrolino am Ende seiner Kräfte.

Der französische Zeichner Olivier Boiscommun übersetzt die am Ende doch Hoffnung machende Geschichte von Alexandro Jodorowsky in kraftvolle Bilder. Seine schmalen Figuren mit den langgezogenen Gesichtern lässt er in einem Paris auftreten, das voller Farben und Licht ist.

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Als der Zweite Weltkrieg zu Ende ist, versucht Pietrolino gemeinsam mit seinem kleinwüchsigen Freund Simio und der jungen Artistin Alma einen schwierigen, aber am Ende erfolgreichen Neuanfang.

Der vor zwei Jahren gestorbene Marcel Marceau, der wie die Comic- Figur von den Nazis verfolgt worden war und dessen Vater in Auschwitz ermordet wurde, habe von dem Buchprojekt gewusst, heißt es in einer der Geschichte vorangestellten Notiz.

Im Comic ist Marceau auch in seiner späteren Paraderolle als weißgesichtiger Clown Bip zu sehen. Pietrolino begegnet ihm auf dem Weg zu einem eigenen Auftritt im Park.
 
Olivier Boiscommun und Alexandro Jodorowsky: Pietrolino, Ehapa Comic Collection, Köln, 96 Seiten, 29,95 Euro.
(dpa)

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