Barack Obama : Held und Hoffnung

Wohl nie zuvor hat ein Politiker so viel Kreativität freigesetzt wie Barack Obama bei seinem Wahlkampf vor gut einem Jahr. Ein Sammelband zeigt jetzt die Vielfalt der Werbeposter - von denen sich viele der Bildsprache der Comics bedienen.

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Vermeintlich Übermenschlich. Das Obama-Poster des Grafikers Mr. Brainwash schmückte 2008 so manche amerikanische Häuserwand.Illustration: Taschen

Zahllose Künstler haben die mit dem neuen US-Präsidenten verbundene Hoffnung und die mitunter religiös anmutende Erlösungserwartung in Gemälden, Postern und Zeichnungen ausgedrückt.

Bis heute kommen täglich neue Werke hinzu, wie die Internetseite www.artofobama.com zeigt.

Und auch die Welle der Comics, die Obama heroisieren, reißt nicht ab - mehr dazu unter anderem unter diesem Link, hier und auch unter diesem Link.

Angesichts der realen Herausforderungen von Krieg und Wirtschaftskrise und der ernüchternden Einjahresbilanz des Hoffnungsträgers wirken viele der künstlerischen Stoßgebete allerdings inzwischen rührend naiv. So wie die neben diesem Text abgebildete Superman-Collage des Grafikers mit dem Künstlernamen Mr. Brainwash.

Das Bild findet sich in dem jetzt erschienenen Sammelband „Design for Obama“ (Taschen-Verlag, 182 Seiten, 19,99 Euro, Texte dreisprachig) des Grafikers Aaron Perry-Zucker und des Regisseurs Spike Lee, der viele, aber lange nicht alle Obama-Plakate enthält, die im Laufe des Jahres 2008 und darüber hinaus entstanden sind. Unter diesem Link zeigen wir weitere Poster aus dem Band. Erinnerungen an eine fern wirkende Zeit, als die Hoffnung stärker zu sein schien als die Realität. (lvt)

(Erschienen im gedruckten Tagesspiegel vom 30.11.2009)

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