Bayern sind auch Ausländer : Kruzitürken, diese Buam!

Robert Platzgummer plädiert mit seinem multikulturellen Lausbuben-Comic „Mingamanga“ für Integration – auch die von Bayern.

Nantke Garrelts
Mingamanga. Der Bayer Korbinian (rechts) und der Türke Mustafa in ihrer Münchener Heimat.
Mingamanga. Der Bayer Korbinian (rechts) und der Türke Mustafa in ihrer Münchener Heimat.Illustration: Robert Platzgummer

Ein Türke und ein Oberbayer sitzen nebeneinander auf der Schulbank. Was sich anhört wie der Anfang eines Witzes, finden die beiden Fünftklässler Korbinian und Mustafa überhaupt nicht komisch. Gleich am ersten Schultag beharken sich die beiden. Dabei haben sie doch eigentlich recht viel gemeinsam: Beide werden gleich am ersten Schultag in der Klasse 5e des Münchener Karl-Valentin-Gymnasiums von ihren Mitschülern verspottet.

Korbinian Panikowski, aus dem oberbayrischen Kleinbierbach frisch nach München gezogen, wird wegen seiner langen Haare und seines starken Dialekts für ein polnisches Mädchen gehalten und von der Lehrerin ermuntert, Deutsch zu lernen und sich zu integrieren. Sein Banknachbar Mustafa Süzer (dessen Nachname bei den Kindern zu Erheiterung führt: "Hallo Süßer!") kennt diese Empfehlung nur zu gut und kapselt sich deshalb schlechtgelaunt ab. Korbinian hält er für einen Nazi, nachdem diesem ein „Kruzitürken“ entfahren ist. Beste Voraussetzungen also für eine große Freundschaft.

Illustration: Robert Platzgummer

Es geht turbulent los im ersten Band „Kruzitürk und Sowobinibayer“ aus der Serie „Mingamanga“ (zu hochdeutsch „München-Manga“). Neben Bini und Staffie gehören noch der Vietnamese Vinnie und Bo aus Simbabwe zu der multikulturellen Jungsbande, deren Abenteuer bis jetzt nur auf der Website des Zeichners zu finden waren.

Robert Platzgummer platziert mit seinen Geschichten über die Multikulti-Clique die erste Veröffentlichung aus deutscher Feder im Zack Verlag, der bisher auf klassische franko-belgische Comics spezialisiert war. Platzgummer ist diesem Stil treu, einen kleinen japanischen Einschlag haben seine „Mingamangas“ aber doch. Korbinian, kurz „Bini“, erinnert ein wenig an den jungen Son Goku aus Akira Toriyamas „Dragon Ball“-Serie. Auch Bini und Staffie sind tapfere kleine Kämpfer, die erfolgreich einen Döner gegen einen pöbelnden Jugendlichen verteidigen.

Weitere Abenteuer der Multikulti-Clique sind auf www.mingamanga.de nachzulesen.
Weitere Abenteuer der Multikulti-Clique sind auf www.mingamanga.de nachzulesen.Illustration: Robert Platzgummer

Trotzdem wird im ersten Band noch nichts aus der großen Freundschaft. Vorerst ärgern sich der miesepetrige Mustafa und der heimwehkranke Bini alleine vor sich hin. Dabei lernt der Leser so schöne bayrische Schimpfwörter wie „Fixluja!“ Und kann so schon mal für die nächsten Abenteuer der „Mingamangas“ üben.

Robert Platzgummer: Mingamanga. Kruzitürk und Sowobinibayer. Zack Edition, 48 Seiten, 12,95 Euro. Mehr Infos hier: www.mingamanga.de

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