Cartoons : Nachschub für die vis comica

Drei der wichtigsten deutschen Cartoonisten scherzen jetzt auch auf Latein. Ein Übersetzungswettbewerb für Schüler soll zeigen, wie lebendig die Sprache noch ist.

Jan Oberländer
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Sauers Tierleben. "Wenn Sie das Barcode-Lesegerät noch einmal an Ihren Arsch halten, muss ich Sie entlassen." - "Aber da piept es...Cartoon: Joscha Sauer

Prodesse et delectare“ – nützen und erfreuen solle die Kunst. Dies forderte der römische Dichter Horaz schon vor gut 2000 Jahren. Damit sie seine Weisheiten einmal im Original lesen können, lernt über ein Drittel der deutschen Gymnasiasten Latein. Um ihnen dabei nützlich zu sein, ist nun ein Cartoon-Bändchen erschienen, das rund 50 Einbildwitze mit lateinischen Texten versieht. Diese erfreuliche Verbindung ist durchaus geeignet, nicht nur bei Schülern, sondern auch bei Comicfreunden die vis comica, also den Sinn für Humor zu kitzeln. Was wiederum die „Tote Sprache“ – so der Buchtitel – quicklebendig macht.

Versammelt sind Cartoons der Zeichner Ralph Ruthe („Shit happens!“), Joscha Sauer („Nichtlustig“) und des auch für den Tagesspiegel tätigen Flix („Mädchen“, „Da war mal was“).

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Gut abgehangen. Übersetzung: "Äh... Bist du öfters hier?!"Cartoon: Flix

Die sind mal mehr, mal weniger witzig, der lateinische Sprechblasentext aber hält die Lektüre spannend. Auf einem Bild von Joscha Sauer etwa stehen zwei weiß bekittelte Wissenschaftler in einer Tür und gucken verwirrt. Der Hausmeister, den Besen in der Hand, dreht sich zu ihnen um: „Conventusne Instrumentorum Tempori Mutando?“ fragt er. „Erat heri“. Für alle, die da nicht sofort losprusten, gibt es im Anhang die Übersetzung: „Der Zeitmaschinenenkongress? War gestern.“

Zum Erscheinen der Cartoonsammlung gibt es einen Übersetzungswettbewerb für Schülerinnen und Schüler, die als Einzelperson oder als Klassen- oder Kursverband teilnehmen können. Ab dem 1. März werden drei bisher unveröffentlichte lateinische Cartoons der Zeichner auf deren Internetseiten sowie auf der Verlagshomepage www.carlsen.de präsentiert. Die beste Übersetzung des Textes ins Deutsche kann bis zum 31. Mai an die Mailadresse tote-sprache@carlsen.de gesendet werden. Eine Jury ermittelt die Sieger, zu gewinnen gibt es Buchgutscheine und Klassensätze von „Tote Sprache“. Na dann: Fortuna vobis faveat!

Flix, Joscha Sauer, Ralph Ruthe: „Tote Sprache. Cartoons auf Latein“. Carlsen Verlag, 64 Seiten, Hardcover. 6,95 Euro.

Mehr dazu gibt es auch auf den Websites der Zeichner:
www.nichtlustig.de
www.ruthe.de
www.der-flix.de

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